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Atomstreit mit Iran Rice: Frühestens in fünf Jahren einsatzfähige Atomwaffe

14.04.2005 ·  Washington relativiert Warnungen des israelischen Premiers Scharon bei seinem Treffen mit Präsident Bush und setzt im Atomstreit mit Iran weiterhin auf die von Frankreich, Großbritannien und Deutschland geführten diplomatischen Bemühungen.

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Die amerikanische Regierung erwartet, daß Iran frühestens in fünf Jahren über eine einsatzfähige Atomwaffe verfügt, und setzt weiterhin auf die von Frankreich, Großbritannien und Deutschland (EU-3) geführten diplomatischen Bemühungen um ein Ende des vermuteten iranischen Nuklearwaffenprogramms.

Außenministerin Condoleezza Rice bekräftigte in einem am Donnerstag veröffentlichten Gespräch mit der Tageszeitung „The Wall Street Journal“, daß Washington die Gespräche der EU-3 mit Teheran weiter unterstütze und „im Sommer“ eine Zwischenbilanz ziehen werde, ob weitere Schritte wie die Befassung des UN-Sicherheitsrates mit der Angelegenheit angezeigt sind.

Warnung von Scharon

Außenamtssprecher Richard Boucher sagte in Washington, die amerikanischen Geheimdienste hätten „in der Vergangenheit die Einschätzung vertreten, daß Iran kaum vor Beginn des nächsten Jahrzehnts eine Atomwaffe besitzen werde. An dieser Einschätzung halten wir fest.“

Beide Äußerungen beziehen sich implizit auf die Warnung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, der bei seinem Gespräch mit Präsident George W. Bush auf dessen Ranch in Texas am Montag davor gewarnt hatte, Iran könne nach Ansicht des israelischen Geheimdienstes bei der Verfolgung seines geheimen Nuklearwaffenprogramms bald eine Stufe erreichen, jenseits derer der Bau einer Atomwaffe nicht mehr zu verhindern sei. Zudem hatte Scharon ein härteres Vorgehen gegen Teheran in der Frage gefordert, weil die Verhandlungen der EU-3 keine Fortschritte brächten.

In einem in der Nacht zum Donnerstag ausgestrahlten Gespräch mit dem amerikanischen Nachrichtensender CNN sagte Scharon vor seiner Rückreise nach Tel Aviv, Israel plane trotz der vermuteten Gefahr keinen Militärschlag gegen Iran so wie im Jahr 1981 gegen eine irakische Anlage. Die Situation sei eine andere.

„Keine neuen Enthüllungen“

Außenministerin Rice sagte in dem Interview dem „Wall Street Journal“ außerdem, daß die von Scharon an Bush übergebenen Dokumente und Fotografien des israelischen Geheimdienstes über Irans Atomprogramm „keine neuen Enthüllungen enthalten hätten. Mit Blick auf Nordkoreas vermutetes Waffenprogramm sagte Frau Rice, Washington schenke den mehrfachen Behauptungen Pjöngjangs, wonach das nordkoreanische Militär schon über einsatzfähige Atomwaffen verfüge, wenig Glauben.

„Ehrlich gesagt scheint mir, daß die Nordkoreaner ein bißchen enttäuscht waren, daß nicht alle Welt nervös auf und ab gesprungen und mit brennenden Haaren herumgerannt ist, als sie ihre Erklärungen abgegeben haben“, sagte Rice. Washington setze weiter auf die maßgebliche Einflußnahme Pekings, um Pjöngjang zur Wiederaufnahme der Sechsergespräche zur Beendigung des vermuteten Atomwaffenprogramms zu bewegen.

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