07.11.2007 · Kanzlerin Merkel hofft bei ihrem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Bush auf „offene Ohren“ für eine diplomatische Lösung des Atomkonflikts mit Iran. Wenn die Gespräche mit Teheran nicht erfolgreich seien, werde aber auch Deutschland zu weiteren Sanktionen bereit sein, sagte sie.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei ihrem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush Ende der Woche entschieden auf eine diplomatische Lösung des Atomkonflikts mit Iran dringen. „Ich bin sicher, dass ich dafür beim amerikanischen Präsidenten offene Ohren finde“, sagte Merkel der „Berliner Zeitung“.
In jüngster Zeit ist in den Vereinigten Staaten verstärkt über einen Militärschlag gegen Iran spekuliert worden. Die internationale Gemeinschaft müsse mit Festigkeit das Ziel verfolgen, dass Iran sich nicht atomar bewaffne, sagte die Kanzlerin. Wenn die jetzt laufenden Gespräche mit Teheran nicht erfolgreich seien, werde auch Deutschland zu weiteren und schärferen Sanktionen gegen den Iran bereit sein.
„Dialog bis zur letzten Sekunde“
Merkel wandte sich aber gegen einseitige Maßnahmen der EU. „Der Ort, an dem über Sanktionen verhandelt wird, ist die Uno.“ Sie setze weiter auf die Geschlossenheit der Staatengemeinschaft, einschließlich Russland und China. „Die Wirksamkeit der Sanktionen ist umso größer, je mehr sich ihnen anschließen“, sagte Merkel.
Unterdessen hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch bei Bush in Washington erklärt, er unterstütze Bushs Forderung nach einer harten Haltung. Für Frankreich sei die Vorstellung, dass Teheran über eine Atombombe verfügen könnte, „nicht hinnehmbar“, sagte er. Die Krise könne nur durch UN- und EU-Sanktionen gegen Iran gelöst werden. Gleichzeitig setzte Sarkozy sich jedoch für einen „Dialog bis zur letzten Sekunde“ ein und sprach Iran ein Recht auf die zivile Nutzung von Atomkraft zu.