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Atomstreit mit Iran Bush schließt Militär-Eingriff gegen Iran nicht aus

13.08.2005 ·  Im Atomstreit mit Iran schließt der amerikanische Präsident George W. Bush ein militärisches Eingreifen nicht aus. In einem Interview betonte er, daß er allerdings auf eine diplomatische Lösung setze, denn „die Anwendung von Gewalt ist die letzte Option für jeden Präsidenten.“

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Im Atomstreit mit Iran schließt der amerikanische Präsident George W. Bush ein militärisches Eingreifen nicht aus. In einem am Freitagabend ausgestrahlten Interview des israelischen Fernsehsenders Channel 1 sagte Bush, er setze zwar auf eine diplomatische Lösung, könne aber andererseits auch keine andere Möglichkeit zum Schutze seines Landes außer Acht lassen.

Iran will in dem Konflikt nicht nachgeben. Mohammed-Resa Bahonar, ein enger Berater des neuen ultrakonservativen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, sagte am Samstag in Teheran, es werde beim Thema Uran-Umwandlung in der Anlage nahe Isfahan keinen Kompromiß geben. Weitere Verhandlungen mit der EU sollten sich nur auf die Wiedereröffnung der Uran-Anreicherungsanlage in nahe gelegenen Natans konzentrieren, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Bush betonte nach einer Interview-Abschrift des Weißen Hauses: „Alle Möglichkeiten liegen auf dem Tisch“.

„Gewalt ist die letzte Option“

„Die Anwendung von Gewalt ist die letzte Option für jeden Präsidenten.“ Die Vereinigten Staaten hätten in der jüngsten Vergangenheit Gewalt anwenden müssen, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten, sagte Bush offensichtlich in Anspielung auf den Irak-Krieg. Dazu sei er als Oberkommandierender der Streitkräfte in letzter Konsequenz auch bereit, betonte der Präsident.

Der amerikanische Präsident Bush hat die Iran-Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA als „positiven ersten Schritt“ bezeichnet. Die Welt sei sich einig, daß Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe.

Bush erklärte, seinen letzten Informationen nach weigerten sich die Iraner, den Forderungen der freien Welt nachzukommen, die von Teheran den Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen fordere. Zur Verhinderung einer Atommacht Iran werde weiterhin intensiv auf der Ebene der Diplomatie gearbeitet.

Schröder: „Nehmt militärische Optionen vom Tisch“

Iran hatte seine Atomanlage bei Isfahan am vergangenen Mittwoch wieder in Betrieb genommen, in der Uran-Hexafluorid, eine Vorstufe der Uran- Anreicherung, hergestellt wird. Die Europäische Union sieht darin einen Bruch ihres Abkommens mit Teheran vom November 2004.

Inzwischen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Amerika aufgefordert, im Atomstreit mit dem Iran nicht mit einem Militäreinsatz zu drohen. „Laßt uns eine starke Verhandlungsposition entwickeln gegenüber dem Iran, aber nehmt die militärischen Optionen vom Tisch. Wir haben erlebt, daß sie nichts taugen“, sagte Schröder am Samstag in Hannover zum Applaus der rund 10.000 Zuhörer beim bundesweiten Start der SPD in die heiße Wahlkampfphase. Bislang habe zwischen Europa und Amerika Einigkeit bestanden, mit friedlichen Mitteln das gemeinsame Ziel zu verfolgen, daß der Iran keine Atomwaffen haben dürfe. Ohne Präsident George W. Bush zu nennen, äußerte er sich besorgt über dessen Aussage bezüglich einer „militärischen Option“.

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