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Atomstreit Merkel droht Iran mit einer „Runde weiterer Sanktionen“

15.10.2007 ·  Trotz angeblicher Warnungen vor einem Anschlag will Russlands Präsident Putin nach Teheran reisen. Während Kanzlerin Merkel Iran im Atomstreit abermals mit einer Verschärfung der Sanktionen droht, hält Putin davon nichts.

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Trotz einer Anschlagswarnung reist der russische Präsident Wladimir Putin am Montag zu Gesprächen über Teherans Atomprogramm nach Iran. „Natürlich“ werde er fahren, sagte Putin auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Wiesbaden. „Wenn ich immer auf die verschiedenen Drohungen und die Ratschläge der Nachrichtendienste hören würde, würde ich das Haus nie verlassen.“ Kanzlerin Merkel drohte Teheran unterdessen abermals mit einer Verschärfung der Sanktionen.

Am Sonntag hatte es in russischen Sicherheitskreisen geheißen, in Iran seien Selbstmordattentäter für einen Anschlag auf Putin ausgebildet worden. Putins Sprecher hatte daraufhin am Montag die mit Spannung erwartete Reise des Präsidenten in Frage gestellt. Iran hatte die Existenz eines solchen Anschlagsplanes dementiert. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna bezeichnete den Bericht als Teil einer psychologischen Kriegsführung westlicher Geheimdienste, die eine Absage des Besuchs zum Ziel hätten.

„Die Chance ist da“

Putin sagte, er werde in Iran auch über das Atomprogramm des Landes reden. Nochmals sprach er sich gegen eine härtere Linie der internationalen Staatengemeinschaft aus und verwies auf die positive Entwicklung im Streit über das Atomprogramm Nordkoreas, wo mit Geduld nach Lösungen gesucht worden sei. Das gleiche solle auf Iran angewandt werden. Drohungen brächten dagegen nichts.

Kanzlerin Merkel hingegen drohte Teheran mit „einer Runde neuer Sanktionen“, falls es die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfülle. „Aber die Chance ist da, in Gesprächen Fortschritte zu erzielen“, sagte Merkel.

Moskau hat Iran im Atomstreit insofern unterstützt, als es stets erklärte, es gebe keine objektiven Beweise für die amerikanische Annahme, dass Teheran Nuklearwaffen bauen wolle. Andererseits hat Moskau eigene Probleme mit der islamischen Republik. So hat sich der Bau des Atomkraftwerks Buschehr, für das Russland Technik und Brennstäbe liefern soll, mehrfach verzögert. Russland macht geltend, Iran sei seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem Eine-Milliarde-Dollar-Projekt nicht nachgekommen. Die Regierung in Teheran hat das stets zurückgewiesen und Russland vorgeworfen, sich mit dem vorläufigen Lieferstopp für Brennstäbe dem Druck des Westens gebeugt zu haben. Putins Reise nach Teheran war bereits mehrfach verschoben worden.

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