12.03.2005 · Der Iran will trotz neuer Anreize und Warnungen der Amerikaner sowie der Europäischen Union (EU) an seinem umstrittenen Atom-Programm festhalten. Weder Drohungen noch Druck würden den Iran davon abbringen, heißt es aus Teheran.
Trotz des Angebots der Amerikaner, die Aufnahme Irans in die Welthandelsorganisation (WTO) nicht mehr zu blockieren, will Teheran an seinem umstrittenen Atomprogramm festhalten. „Weder Drohungen noch Druck“ würden Iran davon abbringen, erklärte Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi am Samstag in Teheran.
Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Vortag angekündigt, Washington werde seinen Widerstand gegen eine Mitgliedschaft Irans in der WTO sowie gegen die Lieferung von Ersatzteilen für iranische Zivilflugzeuge aufgegeben.
Damit wolle die amerikanische Regierung die Bemühungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens unterstützen, Iran zur Aufgabe seines Programms zur Urananreicherung zu bewegen. Vor allem die Amerikaner verdächtigen Iran, die Herstellung von Atomwaffen zu verfolgen.
Mit dem Kurswechsel hatten sich die Amerikaner demonstrativ an die Seite der EU gestellt, die auf eine diplomatische Lösung des Konflikts dringt. Assefi bekräftigte am Samstag erneut, daß Atomprogramm seines Landes diene ausschließlich der friedlichen Nutzung der Kernenergie.
Lob aus Rußland für die amerikanische Offerte
Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte am Freitag, er freue sich über die neue Einigkeit mit Europa. Der iranischen Führung müsse mehr als deutlich gemacht werden, daß die freie Welt keine Atomwaffen in ihrem Besitz dulden werde.
Rußland reagierte am Samstag mit Lob auf die Offerte der Amerikaner. Das seien „neue Elemente in der amerikanischen Politik gegenüber Iran“. Die Signale aus Washington passten auch zur Iran-Politik Rußlands und der Europäischen Union (EU), erklärte das Außenministerium in Moskau. Rußland baut in Iran das Atomkraftwerk Buschehr.
Rice schloß unterdessen eine Wiederaufnahme der seit 1979 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen mit Iran aus. Die amerikanische Regierung wolle nichts unternehmen, was die Regierung der Mullahs in Iran für rechtmäßig erklären würde, sagte Rice der „Washington Times“.
Rice forderte Iran gleichzeitig auf, zu einer Vereinbarung in den Verhandlungen über den Atomstreit zu kommen. Die Europäer sollten auch die Verwicklungen Irans in den Terrorismus und die Verletzung der Menschenrechte zum Thema machen, sagte Rice.