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Atomstreit Iran besitzt angeblich „hundert Kilogramm angereicherten Urans“

22.06.2007 ·  Den internationalen Sanktionen zum Trotz hat Iran die Urananreicherung deutlich erweitert. Das behauptet Teherans Innenminister Purmohammadi. Das israelische Militär trainiert angeblich, Irans Atomanlagen mit einem einzigen Luftangriff unschädlich zu machen.

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Trotz der internationalen Sanktionen hat Iran nach Angaben von Innenminister Mostafa Purmohammadi inzwischen mehr als hundert Kilogramm Uran angereichert. Das soll Purmohammadi nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Isna in einer Rede im Südwesten des Landes gesagt haben.

Ein hochrangiger Vertreter des iranischen Atomprogramms stellte die Angaben dagegen in Frage. „Die Zahlen stimmen nicht“, sagte er am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran auch für den Bau von Atomwaffen genutzt werden.

Der UN-Sicherheitsrat verlangt von Teheran, die Urananreicherung zu stoppen und damit den Weg für Verhandlungen über das Atomprogramm frei zu machen. Iran hat den Verdacht, an Atomwaffen zu arbeiten, zurückgewiesen.

Israelische Luftwaffe trainiert angeblich Angriff

Angesichts einer möglichen atomaren Bedrohung durch Iran trainiert die israelische Luftwaffe Medieninformationen zufolge Langstreckenflüge. Wie die Zeitung „Maariv“ am Freitag berichtet, gehöre das Betanken in der Luft und die Bombardierung von Bodenzielen zu den Übungen. Die Veröffentlichung der Informationen sei der Militärzensurstelle genehmigt worden. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Vereinigten Staaten und Israel stünden wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms in engem Kontakt.

Anfang Januar hatte Israel einen Bericht der britischen „Sunday Times“ dementiert, wonach die israelische Führung einen Plan zur Zerstörung iranischer Uran-Anreicherungsanlagen mittels Atombombe ausgearbeitet habe. Die Zeitung berief sich auf Militärkreise, denen zufolge die israelische Luftwaffe zwei Staffeln darauf vorbereite, die iranische Atomanlagen in Natans, Arak und Isfahan mit einem einzigen Luftangriff unschädlich zu machen.

Besorgnis in Washington

Die Vereinigten Staaten äußerten Mitte Juni ihre Besorgnis über Informationen von Diplomaten über die wachsende Zahl von Zentrifugen zur Urananreicherung in Iran. Wie Diplomaten aus Kreisen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) unter Berufung auf den IAEA-Chef Mohamed El Baradei berichteten, werde der Iran bis Jahresende bis zu 8.000 Uran-Zentrifugen in seiner Anreicherungsanlage Natans in Betrieb genommen haben, wenn er sein gegenwärtiges Tempo beibehalte.

Bereits im Mai hatte der Iran in der unterirdischen, stark gesicherten Anlage in Natans laut El Baradei 1300 Zentrifugen. Aus IAEA-Kreisen verlautete, noch bis Ende Juni könne diese Zahl auf 3000 steigen. Nach Einschätzung von Experten reicht bereits diese Zentrifugen-Menge, um innerhalb eines Jahres genug angereichertes Uran für eine Atombombe zu produzieren.

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