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Atomstreit Iran bekommt nuklearen Brennstoff aus Rußland

17.02.2005 ·  Iran geht im Atomstreit weiter auf Konfrontationskurs mit den Vereinigten Staaten: Das Verteidigungsministerium drohte im Fall eines Angriffs mit einem vernichtenden Gegenschlag, und treibt den Bau der umstrittenen Anlage bei Buschehr voran.

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Iran wird nach eigenen Angaben einen Angriff auf eine seiner Atomanlage mit einem schnellen und vernichtenden Gegenschlag beantworten.

Der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani sagte einen Tag nach der Verwirrung über eine Explosion im weiteren Umkreis der Atomanlage Buschehr, sein Land werde jede Aggression so beantworten, daß keine Zweifel darüber bestehen könnten, was passiert sei.

„Psychologischer Krieg“

Das Innenministerium in Teheran hatte am Mittwoch Berichte türkischer und arabischer Fernsehsender über Flugabwehrfeuer unweit von Buschehr dementiert. Ein ranghoher Sicherheitsbeamter sagte, die Explosion sei Teil von Sprengarbeiten für den Bau eines Staudamms gewesen. Zuvor hatte Iran mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten regelmäßig Drohnen zur Überwachung iranischer Atomanlagen einsetzten. Ein Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Aghar Mohammadi, sagte, Berichte wie die vom Mittwoch gehörten weitgehend zu einem „psychologischen Krieg“.

Unterdessen wurde bekannt, daß Rußland bis Ende Mai 90 Tonnen nuklearen Brennstoffs für das iranische Atomkraftwerk Buscher liefern soll. Entsprechende Vereinbarungen sollen nächste Woche bei einem Besuch des Leiters des russischen Atomprogramms unterzeichnet werden, berichtete der staatliche iranische Fernsehsender IRIB am Donnerstag unter Berufung auf einen Sprecher der iranischen Atombehörde. Der 1.000-Megawatt-Leichtwasserreaktor in Buschehr im Süden des Landes soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden.

„90 Tonnen nuklearen Brennstoffs nach Buscher“

Der Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Alexander Rumjanzew, und die Vertreter Teherans wollten am Samstag kommender Woche einen Vertrag über die Rückführung gebrauchter Atombrennstoffe aus Buschehr unterzeichnen, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA-Nowosti am Donnerstag. Rumjanzew werde dazu vom 25. bis 27. Februar nach Teheran reisen. „Nach der Unterzeichnung der Abkommen soll Rußland eine erste Ladung von 90 Tonnen nuklearen Brennstoffs per Flugzeug nach Buschehr schicken“, sagte der Sprecher der iranischen Atombehörde dem Sender IRIB.

1974 hatte die Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU) mit dem Bau des Atommeilers begonnen. Die in den achtziger Jahren von Deutschland aufgekündigte Zusammenarbeit im Kraftwerksbau führte Iran mit Rußland weiter. Der Leichtwasserreaktor sollte ursprünglich schon 1999 fertig gestellt sein. Der Fertigstellungstermin wurde wiederholt wegen der Weigerung Irans, den gebrauchten Kernbrennstoff an Rußland zurückzuführen, verschoben. Als einen Grund führte die Regierung in Teheran an, der Transport sei zu gefährlich. Moskau und der Westen befürchten hingegen, der Iran könnte den gebrauchten Brennstoff mit Hilfe von Zentrifugen aufarbeiten und zur Herstellung von „schmutzigen Bomben“ oder Atomwaffen nutzen. Vor allem Washington lehnt die Fertigstellung des Kraftwerks insgesamt ab.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/AFP
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