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Atomstreit Iran auf Konfrontationskurs

09.08.2005 ·  Trotz vorsichtiger Signale Irans, für weitere Gespräche bereit zu sein: Der Konflikt um das iranische Atomprogramm erreicht das Stadium der Krise. Die harte Haltung Teherans wirft die Europäer im Bemühen zurück, sich als Konfliktmanager zu profilieren. FAZ.NET-Spezial.

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Die rüde, kühle Art, wie Iran auf das europäische Verhandlungsangebot im Atomdisput reagiert, spricht Bände. Groß ist Teherans Konfrontationsbereitschaft - was immer das Kalkül sein mag. Die iranische Führung nimmt die Urankonversionsanlage in Isfahan wieder in Betrieb und schert sich keinen Deut darum, daß die Angelegenheit damit bald vor dem UN-Sicherheitsrat landen könnte.

Sie ist ihrer Sache offenbar sehr sicher und vertraut darauf, daß die maßgeblichen Mächte im Rat ihre eigenen Interessen verfolgen - kommerzielle, energiewirtschaftliche, sicherheitspolitische - und deshalb schwerlich zu einer gemeinsamen, belastbaren Haltung finden. Und sollte im Rat tatsächlich der Wille zu Sanktionen heranreifen, dann könnte Teheran mit seinem Sabotagepotential drohen: im Irak, im Nahen Osten. Der Konflikt um das iranische Atomprogramm erreicht das Stadium der Krise.

Herber Rückschlag

Für die Europäer bedeutet dieser Verlauf einen herben Rückschlag in dem Bemühen, sich als Konfliktmanager in einer strategisch bedeutsamen Weltgegend zu bewähren und zu profilieren. Vielleicht ist es noch zu früh, das endgültige Scheitern zu verkünden. Doch die Jubelausbrüche darüber, daß Iran in die Suspendierung mal dieser Anlage und mal jenes Verfahrens einwilligte, waren mit Sicherheit voreilig.

Da war oft viel Eigenlob im Spiel - in einem „Spiel“, bei dem man nicht wußte, ob Berlin, London und Paris „Vermittler“ zwischen Teheran und Washington sein wollten oder ob es eine einzige atlantische Position gibt. Diese Unsicherheit hat Iran auszunutzen versucht.

Regionale Rüstungsspirale

Zweifellos hat das große Land am Golf das Recht auf die friedliche Nutzung der Nuklearenergie. In der europäischen Offerte ist soeben dieses Recht als „unveräußerlich“ gewürdigt worden. Aber es wirkt zunehmend lächerlich, wenn iranische Unterhändler behaupten, ihr Atomehrgeiz sei ausschließlich ziviler Natur, wenn das Design seines Atomprogramms für Energieerzeugung „überhaupt keinen Sinn“ macht (Außenminister Fischer).

Die Vorstellung von Atombomben in der Verfügungsgewalt eines islamistischen Regimes, das sich als Terrormäzen einen Ruf erwarb und seine Gegner mit Folter und Verfolgung bekämpft, hat nichts Beruhigendes an sich. Im Gegenteil: Eine regionale Rüstungsspirale begänne sich immer schneller zu drehen. Und dann?

Quelle: K.F./Frankfurter Allgemeine Zeitung
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