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Atomprogramm Washington droht Teheran mit "harschen Resolutionen"

04.08.2004 ·  Die amerikanische Regierung beschuldigt Iran seit langem, das Land betreibe heimlich ein Programm zum Bau von Atomwaffen. Jetzt bemüht sie sich um internationale Unterstützung für eine härtere Gangart in dem Streit.

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Die amerikanische Regierung bemüht sich um internationale Unterstützung für einen härteren Umgang mit Iran im Streit über das Atomprogramm des Landes. Die Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sagte dem amerikanischen Fernsehsender Fox News: "Wir arbeiten mit den drei europäischen Staaten, den Briten, den Deutschen und den Franzosen, sowie anderen Mitgliedern der Internationalen Atomenergiebehörde zusammen; und ich glaube, Iran wird mit einer Reihe von sehr harschen Resolutionen konfrontiert werden."

Als möglichen Zeitpunkt "für ziemlich harte Sprache" nannte Rice den September. In dem Monat tritt der Gouverneursrat der Atomenergiebehörde (IAEA) zusammen, um über einen weiteren Bericht über die laufenden Inspektionen in den iranischen Atomanlagen zu beraten.

Washington beschuldigt Iran seit langem, es betreibe heimlich ein Programm zum Bau von Atomwaffen. Die Regierung in Teheran sagt dagegen, ihr Atomprogramm diene nur der Energiegewinnung. Iran hatte am Wochenende bekanntgegeben, daß es den Bau von Zentrifugen zur Urananreicherung wiederaufgenommen habe. Mit ihrer Hilfe kann Sprengstoff für Kernwaffen gewonnen werden. Als Teil einer Übereinkunft mit Berlin, London und Paris hatte Iran den Bau der Geräte eine Zeitlang ausgesetzt, offenbar aber nicht vollständig. Die Europäer wollten Iran unter anderem zu einer engen Zusammenarbeit mit der IAEA bewegen, Teheran fühlte sich zuletzt aber zu Unrecht in Resolutionen der Wiener Behörde kritisiert. Washington hat in der Vergangenheit immer wieder eine Befassung des UN-Sicherheitsrats mit dem Fall ins Spiel gebracht; der Rat könnte Sanktionen verhängen.

Iraner "in dieser Hinsicht gefährlich"

Rice sagte, die Franzosen, die Deutschen und die Briten seien gegenüber den Iranern sehr deutlich gewesen, daß die Aktivitäten, die diese derzeit unternähmen, oder sagten, sie wollten sie wiederaufnehmen, inakzeptabel seien. Die amerikanische Regierung müsse mit den drei Ländern zusammenarbeiten, "um sicherzustellen, daß sie bei dieser Position bleiben". Die Iraner seien "in dieser Hinsicht gefährlich", und die internationale Gemeinschaft müsse hier "hart und standfest" sein.

Die Sicherheitsberaterin widersprach der Einschätzung, daß die Lage im Irak einer härteren Gangart gegenüber Iran im Wege stehe. Sie glaube, "daß der Irak uns mit Iran hilft", weil die Iraner sich bewußt seien, daß der Trend im Nachbarstaat in eine demokratische, islamische, aber nichttheokratische Richtung gehe. Das werde einige der Schwächen des iranischen Regimes offenbaren. "Die Mullahs fürchten nichts mehr als ihr eigenes Volk. Wenn die Regierungen im Nahen Osten beginnen, auf die Stimme ihres Volkes zu hören, dann fürchten sie deshalb nichts mehr, als daß das iranische Volk das gleiche fordern wird." Rice bekräftigte auch die Forderung der amerikanischen Regierung, daß sich führende Mitglieder des Terrornetzes Al Qaida, soweit sie sich in Iran aufhalten, an ihre Herkunftsländer ausgeliefert werden sollten.

Quelle: nbu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2004, Nr. 179 / Seite 1
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