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Atomprogramm Putin plant weiter Nuklearprojekte mit Iran

18.02.2005 ·  Ungeachtet internationaler Besorgnis über das iranische Atomprogramm will Rußland seine Nuklearzusammenarbeit mit Iran weiter ausbauen. Teheran strebe nicht die Atombombe an, sagte der russische Präsident.

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Ungeachtet internationaler Besorgnis über das iranische Atomprogramm will Rußland seine Nuklearzusammenarbeit mit Iran weiter ausbauen. Der russische Präsident Wladimir Putin zeigte sich am Freitag überzeugt, daß Irans Atomprogramm ungefährlich ist:

„Die jüngsten Schritte der iranischen Seite haben uns überzeugt, daß Iran nicht die Absicht hat, eine Atombombe zu bauen“, sagte er nach einem Treffen mit dem iranischen Atom-Chefunterhändler Hassan Rowhani in Moskau. Rußland werde aus diesem Grund seine Zusammenarbeit mit Teheran „auf allen Feldern fortsetzen, einschließlich der Nuklearenergie“.

Rowhani: Rußland spielt wichtige Rolle

Putin begründete seine Einschätzung auch mit einem Abkommen zur Rücknahme abgebrannter atomarer Brennstoffe, das Rußland und Iran Ende Februar unterzeichnen würden. Damit sei sichergestellt, daß in dem mit russischer Hilfe gebauten Atomkraftwerk Buschihr anfallendes Plutonium nicht für den Bau von Atomwaffen abgezweigt werden könne. Buschihr soll im kommenden Jahr ans Netz gehen.

Putin mahnte die Iraner, sich an internationale Verpflichtungen zu halten. „Wir hoffen, daß sich Iran strikt an alle Verpflichtungen hält, die er bilateral gegenüber Rußland und international eingegangen ist“, sagte der russische Präsident. Er kündigte zudem an, nach Teheran zu reisen. Einen Termin nannte er nicht.

Rowhani sagte, Rußland könne bei der Beilegung der Krise um das iranische Atomprogramm eine wichtige Rolle spielen. Rowhani gestand ein, daß die internationale Gemeinschaft seit langem ihre Besorgnis über das iranische Atomprogramm vorbringe. „Jetzt kann aber niemand mehr am friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms zweifeln“, erklärte er.

Gefahr „schmutziger Bomben“

Die Fertigstellung der Anlage mit russischer Hilfe scheiterte bislang an der Weigerung Irans, den gebrauchten Kernbrennstoff an Rußland zurückzuführen. Moskau und der Westen befürchten, der Iran könnte den gebrauchten Brennstoff mit Hilfe von Zentrifugen aufarbeiten und zur Herstellung von „schmutzigen Bomben“ oder Atomwaffen nutzen. Nach russischen Angaben könnte die Anlage bis zum Jahresende fertiggestellt werden und 2006 in Betrieb gehen.

Washington verdächtigt Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau einer Atombombe zu verfolgen. Deshalb werden von der Bush-Administration auch seit Jahren die russischen Zulieferungen für das Kernkraftwerk Buschir mit Mißtrauen gesehen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln mit Teheran im Namen der EU über ein Abkommen, das eine militärische Nutzung der Atomenergie ausschließen soll.

„Ausschließlich friedlich“

Rowhani sagte unter Verweis auf Einschätzungen der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) in Wien, niemand bezweifele mehr, daß das iranische Atomprogramm „ausschließlich friedlich“ sei.

Das Thema Iran soll auch beim Treffen der amerikanischen Präsidenten mit Bush am 24. Februar in der Slowakei zur Sprache kommen, allerdings nach Angaben von amerikanischen Diplomaten nicht als Streitfall. Am Tag darauf wird der Chef der russischen Atombehörde, Alexander Rumjanzew, in Teheran den Vertrag über die erste Lieferung von russischem Kernbrennstoff für Buschir unterzeichnen.

„Rußland ist Teil der Lösung, nicht des Problems“

Im Moskauer Parlament hieß es, Washington bausche die Sorge um das iranische Atomprogramm auf, um Rußland zu Zugeständnissen zu bewegen. „Die Vereinigten Staaten wollen die russische Position eindämmen“, sagte Konstantin Kossatschow, der Leiter des außenpolitischen Ausschusses. Moskau sei mittlerweile auch daran interessiert, das Entstehen einer Atommacht Iran zu verhindern, sagte ein ranghoher amerikanischer Diplomat in Moskau. „Rußland ist Teil der Lösung, nicht des Problems.“

Nach amerikanischen Erkenntnissen seien die iranischen Anlagen zur Uran-Anreicherung unabhängig von Buschir entstanden, wo die Russen mitarbeiten.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP/dpa/AP
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