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Atommoratorium Nordkorea will Urananreicherung einstellen

 ·  Nordkorea hat zugestimmt, in der Nuklearanlage in Yongbyon die Urananreicherung einzustellen und künftig auf Atomtests zu verzichten. Außerdem will Pjöngjang wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ins Land lassen.

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© dpa Ein Satellitenbild aus dem Jahr 2004 zeigt die Nuklearanlage Yongbyon

Nordkorea ist dazu bereit, die Urananreicherung in der Anlage in Yongbyon auszusetzen. Außerdem will das Land sowohl auf Atomtests als auch auf Testflüge von Langstreckenraketen verzichten. Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen wieder ins Land reisen dürfen und die Einhaltung der Versprechungen überwachen dürfen. Das meldete das amerikanische Außenministerium am Mittwoch. Pjöngjang bestätigte die Einigung. Im Gegenzug erklären sich die Vereinigten Staaten dazu bereit, Verhandlungen über die Lieferung von mehr als 200.000 Tonnen Lebensmitteln an Nordkorea abzuschließen. Die IAEA-Kontrolleure waren im Jahre 2009 von Nordkorea des Landes verwiesen worden.

In der vergangenen Woche waren Vertreter Nordkoreas und Amerikas in Peking zu Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm zusammengetroffen. Es waren dies die ersten offiziellen Kontakte zwischen beiden Regierungen seit dem Tod des nordkoreanischen Staatsführers Kim Jong-il im Dezember und der Machtübernahme durch dessen Sohn Kim Jong-un.

Bereits am Dienstag hatte der Kommandeur der amerikanischen Pazifikflotte, Admiral Robert Willard, in einer Anhörung vor dem Verteidigungsausschuss des Senats in Washington gesagt, Amerika wolle künftig Lebensmittelhilfen für Nordkorea von politischen Bedingungen abhängig machen. Bis dahin hatte die Regierung in Washington die Ansicht vertreten, allein humanitäre Gesichtspunkte könnten für solche Lieferungen relevant sein.

Die Lebensmittelversorgung in Nordkorea ist offenbar weiterhin prekär. Südkoreanische Quellen meldeten vor kurzem, die Bevölkerung habe aus Anlass des siebzigsten Geburtstages des gestorbenen Diktators Kim Jong-il die in Aussicht gestellten Sonderzuteilungen zum größten Teil nicht erhalten. Im April steht in Nordkorea die nächste große Feier an. Dann jährt sich die Geburt des Staatsgründers Kim Il-sung zum hundertsten Male. Zur Feier dieses Tages hat die neue Führung um Kim Jong-un den Nordkoreanern wieder eine Sonderzuteilung Lebensmittel in Aussicht gestellt. Ob dieses Versprechen aus eigener Kraft erfüllt werden könnte, ist unklar.

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Von Philip Eppelsheim

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