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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Atomgespräche in Istanbul Arabellion zum Abendessen

 ·  Die ersten Atomverhandlungen seit 15 Monaten könnten Präsident Obama zufolge die „letzte Chance Irans“ für eine gewaltlose Beilegung des Atomstreits sein. Die Messlatte, die sich die Diplomaten für die Gespräche auferlegt haben, liegt tief. Doch selbst diese könnte gerissen werden.

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Jan Schneidereit

Wozu eigentlich die Anreicherung?

Selbstverständlich kann man m.E. alle Resolutionen des Sicherheitsrates als böswillige politische Machenschaften gegen den Iran abtun.

Schwieriger wird es, plausible Erklärungen zu einigen unumstrittenen Fakten zu geben:
1. Warum betreibt der Iran überhaupt ein Anreicherungsprogramm im industriellen Maßstab? Es gibt nur ein KKW, Busher, das zudem von den Russen mit Brennstoff versorgt wird. Weitere KKW sind werder in Bau noch in Planung.
2. Der Iran erklärt, er brauche das angereicherte Uran für eine medizinische Versuchsanlage. Soll man ernsthaft glauben, dass ein Land milliardenschwere Investitionen tätigt für ein Produkt, das man unter IAEA-Aufsicht auch im Ausland offiziell und kontrolliert kaufen kann?
3. Warum betreibt man neben der Urananreicherung auch einen Schwerwasserreaktor, den in Arak, der zur Gewinnung von Plutonium dient?

Diese Unklarheiten konnte der Iran bislang nicht erklären. Die Bedenken sind daher nur allzu berechtigt.

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Adel Richter
Adel Richter (Kairi) - 14.04.2012 22:26 Uhr

Iran baut KEINE Atombomben !!!!

Liest selbst: "16 US-Geheimdienste berichten, laut einer Meldung der Los Angeles Times vom 23.02., dass der Iran keine Atombombe entwickelt." (news.de/dpa). "Die US-Geheimdienste glauben trotz beunruhigender Berichte aus Teheran offenbar nicht, dass der Iran derzeit am Bau einer Atombombe arbeitet. Es gebe keine eindeutigen Beweise, dass Teheran beschlossen habe, eine Bombe zu bauen, berichteten mehrere US-Medien, zuletzt die "New York Times" am Samstag, unter Berufung auf Geheimdienstkreise und Regierungsmitarbeiter in Washington." (derstandard.at). Die USA erfindet nur einen Grund, um Krieg mit Iran zu führen um die Rohstoffe zu erhalten. Es kommt zum Krieg ohne rechtlichen Grund. Und wir deutschen Denken, dass USA für Frieden und Sicherheit sorgt. Dabei sind die einzigen die für Krieg sorgen, die Amerikaner, siehe Vietnam, Irak, Afghanistan ..... nun Iran, danach vermutlich Pakistan, China, Russland usw.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.04.2012 12:05 Uhr
Jan Schneidereit

Es geht um den Stopp der Anreicherung.

Es geht nicht um den Beweis, dass der Iran an Atomwaffen arbeitet - der endgültige Beweis ist ohnehin nur die Bombe selbst -, sondern darum, dass der Iran mittlerweile vier UN-Sicherheitsratresolutionen nicht erfüllt. Und das seit fast zehn Jahren.

Im Übrigen ist es schon bemerkenswert, dass die anderen Sicherheitsratsmitglieder - vor allem Chinesen und Russen - das nicht durchschauen, was Sie offenbar in ganz ungewöhnlicher Klarsicht erkennen ^^

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Ulrich Mayer
Ulrich Mayer (Bayer01) - 14.04.2012 17:23 Uhr

Israel und die USA prüfen, wie weit sie gehen können.

Eine wirkliche Konfrontation mit Russland und China werden sie nicht eingehen, das Risiko eigenen Schadens wäre viel zu groß. Vielmehr wird man diesen Großmächten einiges anbieten, um einen Keil zwischen sie und den Iran (sowie Syrien) zu treiben. Erst dann kann man an die libysche Lösung gehen.
Die Glaubwürdigkeit der westlichen Krieger ist aber nicht erst seit der Invasion des Iraks wegen fingierter "Massenvernichtungswaffen" beschädigt. Die einseitige Stilisierung des Irans als Hort des Bösen und Israel als Land der Heiligen ist billige Propaganda und für die meisten Medienkonsumenten so durchschaubar wie widerwärtig. Auch deswegen schrieb Grass seinen Text.
Es bringt nichts, so weiter zu machen wie bisher: "Mit dem Kopf durch die Wand". Die Wut der islamischen Welt auf Israel und den Westen wird so nur völlig unnötig gesteigert. Stattdessen sollte man darüber nachdenken, wie er gelindert werden kann.
Dazu freilich müsste es eine nicht-imperialistische Instanz geben.

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Rolf-Dirk Maehler

Vielleicht bin ich ja etwas einfältig: Aber das "Alarmgeschrei" der Amerikaner war noch nie ...

... glaubwürdig. Und man sollte auch nicht vergessen, daß es die Amerikaner als einzige Macht waren, die Atomwaffen schon einmal eingesetzt haben. Daher frage ich mich woher sie das Recht nehmen wollen, festzulegen wer Atomwaffen haben darf und wer nicht. Entweder es gibt eine weltweit gültige Vereinbarung über einen Verzicht auf Kernwaffen und der muß dann natürlich auch für alle gelten, ohne jede Ausnahme. Und nur dann könnte man Verstöße ahnden. Aber gerade die Amerikaner, die erst Bin Ladin und seine Al Quaida ausgebildet und versorgt hatten, als es noch gegen die Sowjetunion ging und als sich dieser Irrtum dann gegen sie selbst richtete, haben sie zum wiederholten Mal auf, auch nach amerikanischem Recht ungesetzliche Massnahmen, gegriffen, um z.t. unschuldige Menschen zu verfolgen und zu quälen. Und man sehe sich nur an wieviel Unheil sie immer wieder über andere Völker bringen durch Überheblichkeit und Ignoranz. Die USA sind unglaubwürdig.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.04.2012 16:58 Uhr
Daniel Bernbeck
Daniel Bernbeck (FLH80) - 15.04.2012 16:58 Uhr

Das steht dort nicht!

Im NPT steht dergleichen nicht, sondern dass KEIN Signatarstaat solche haben darf.
Was ich dort allerdings NIRGENDS finden konnte ist bspw.:
- dass die IAEO (oder die G5+1) nach dem NPT verlangen dürfen, dass Anlagen (wie Fordo) geschlossen werden müssen, weil sie unterirdische sind
- dass die IAEO ohne vorherige Beweise einer Vertragsverletzung Zutritt zu gleich welcher militärischen Anlage eines Signatarstaates verlangen kann (wie z.B. Parchin)
- dass die IAEO die im Rahmen ihrer Kontrolle erlangten Informationen an Geheimdienste anderer Staaten weiterreichen darf (wie offenbar bzgl. iranischer Wissenschaftler geschehen, die nun nicht mehr leben)
- dass die IAEO ihre Berichte nicht nur auf eigene Infos stützt, sondern im wesentlichen auf (nicht unabhängig überprüfbare) Geheimdienstberichte (wie im letzten Bericht).
Alles das macht es für eine Staatsführung wie die des Irans nahezu unmöglich, die Verhandlungen als fair und legitim zu sehen.

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Rolf-Dirk Maehler

@ Wolfgang Hebold (hebold) - Details und Vorurteile, da fragt sich doch wer dem erlegen ist

Daß der Iran gegen den Atomwaffensperrvertrag verstösst, ist eine unbewiesene Behauptung der Amerikaner, etwa so wie die seinerzeitige Behauptung der Irak besässe Massenvernichtungswaffen. Es war eine Lüge des damaligen US-Präsidenten und der Militärs. Das ist die schlichte Wahrheit und über eine zurechtgelegte Rechtslage wollen wir lieber nicht diskutieren. Und davon abgesehen: Was nützt ein Atomwaffensperrvertrag, wenn eine ganze reihe von Ländern dem einfach nicht beitritt (was auch ein Recht ist) wie z.b. Pakistan und Indien u.a.? Und noch eins zum Einsatz von Kernwaffen durch die Amerikaner: Gründe für einen Einsatz wird man immer herbeiquälen können. Mir sind amerikanische Regierungen genau so suspekt wie die von den Amerikanern beschuldigten. Und den Opfern eines Kernwaffeneinsatzes dürften die vorgegebenen Gründe ziemlich egal sein. Ein Land wie die USA, was sich nicht einmal an eigene Gesetze hält, siehe Guantanamo, hat das Recht verspielt andere anzuklagen.

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Jan Schneidereit

Wer Atomwaffen haben darf und wer nicht, legen nicht die Amerikaner fest.

Sondern der Atomwaffensperrvertrag. Also der Iran selbst mit seiner Unterschrift.

Daher sind auch Ereignisse wie die Atombombenabwürfe auf Japan 1945 völlig irrelevant, da sie überhaupt nicht zur Sache gehören.

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Closed via SSO
Wolfgang Hebold (hebold) - 14.04.2012 20:22 Uhr

Details und Vorurteile

Werter Herr Maehler, ja, die USA haben als erstes und einziges Land Atomwaffen eingesetzt: Gegen Japan, um den Krieg zu verkürzen und das Leben der eigene Soldaten zu schützen. Und für Sie: Es gibt bereits ein Abkommen zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. Dem ist der Iran beigetreten. Und dieses Abkommen verletzt er durch die Entwicklung und den Bau von Atomwaffen. Nur deshalb wurden Sanktionen gegen den Iran verhängt. Das ist die schlichte Wahrheit bzw. Rechtslage jenseits aller banalen antiamerikanischen Parolen.
Wolfgang Hebold

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Max Bernard

Typisch!

Allein schon die obige Karrikatur, welche wohl den iranischen Präsidenten Ahmadineschad beim Schärfen einer Rakete zeigen soll, macht die Einseitigkeit der westlichen Berichterstattung bezüglich des Irans deutlich. Dabei wird im selbigen Artikel Obama mit den Worten zitiert, dass diese, sich Verhandlungen nennende neueste Erpressungsrunde gegenüber dem Iran, dessen letzte Chance sei einem militärischen Angriff zu entgehen. Wer also schärft hier seine Raketen?!

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Closed via SSO
Wolfgang Hebold (hebold) - 14.04.2012 14:17 Uhr

Eiertanz

Der Eiertanz der Diplomaten geht dem Ende entgegen. Entweder machen sie dem Iran unmissverständlich deutlich, dass es nur zwei Optionen gibt: Abrüstung oder Krieg. Oder es gibt Krieg. Denn der Iran braucht kein auf 20% angereichertes Uran und daher sind die Absichten des Mullahregimes offenbar. Und dass Russland und China sich, wenn es hart auf hart kommt, für den Iran in die Bresche werfen, ist eher unwahrscheinlich.

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Alexej Konowalov

Warum gibt der s. g. "Westen", überwiegend ehem. Kolonialmächte, keine Sicherheitsgarantie?!

Eine Sicherheitsgarantie für den Iran, dass diesem "Ölbefreiungskriege", Besatzung, Destabilisierung und Bevormundung erspart bleiben. Dies wäre eine einfache Möglichkeit, diesen Konflikt zu lösen.

Eine solche Sicherheitsgarantie für den Iran wird es nicht geben, weil insbesondere der "Westen" in der Zukunft den Zugriff auf die überaus großen Rohstoffressourcen dieses Landes benötigt.

Zu üppiger Verbrauch von Ressourcen generiert eben auch "Gewaltpotenzial".

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.04.2012 17:30 Uhr
Heinz Spieler

Eine Sicherheitsgarantie, gleich von wem

kann weder Israel noch den Iran befriedigen. Nach einem Atom-Überraschungsschlag ist jede Garantie das Papier nicht wert.

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Roland Magiera

Sicherheitsgarantie

Die bekommt der Iran sofort, wenn er sein Atomprogramm Kontrollen zugänglich macht und auf die Herstellung waffenfähigen Urans verzichtet.

Weiterhin war der Iran, das frühere Persien, nach Alexander niemals eine Kolonie europäischer Mächte. 1941 wurde der Iran von den Alliierten kurzzeitig besetzt, da ein Abkommen des Iran mit Hitlerdeutschland existierte und der Iran geostrategisch bedeutsam gelegen ist.

Abschließend ist das Interesse der Amerikaner den Iran zu überfallen denkbar gering. Der Verlust an Moral in der Truppe durch den sich endlos hinziehenden Irakkrieg ist der Führung nicht verborgen geblieben, außerdem kippt die öffentliche Meinung. Noch einen Krieg auf Basis zweifelhafter Erkenntnisse, die sich als Lügen erweisen, der zudem noch zehntausenden Zivilisten sinnlos das Leben gekostet hat und instabile sowie armutsvolle Verhältnisse zurücklässt, können und wollen sich die USA keinesfalls erlauben. Der Imageschaden und die Kosten wären unermesslich.

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David Lüllemann

Weitere Anmerkung

Es könnte natürlich sein, dass wenn man den Shell-Vorstand o.ä. Kreise fragen würde, das Erdöl der Grund für ihre Unterstützung ist. Aber für die Politik ist es dies nicht.

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David Lüllemann

Sicherheitsgarantien sind keine Lösung

Sicherheitsgarantien sind keine Lösung, da der Iran mit dem vorhandenen Material dann im Geheimen weiter an einer Atomwaffe bauen könnte, um nicht von den Sicherheitsgarantien abhängig zu sein. Dann wäre der Iran unangreifbar und gefährlich.
Es geht in diesem Konflikt nicht vorrangig um das Erdöl, auch wenn es viele Verschwörungstheoretiker glauben. Indirekt geht es vielleicht um das Erdöl in der gesamten Region, da der Iran mit Atomwaffen Hegemonialmacht in der Straße von Hormus wäre, aber wenn Sie einen Politiker wie Präsident Obama oder unsere Kanzlerin Merkel fragen, könnten sie ohne zu lüggen sagen, es gehe um die Sicherheit in der Region, die Existenz Israels, um das Prinzip und erst dann um Ressourcen.
Auch kann der Westen eine Sicherheitsgarantie nicht abgeben, da er sonst im Falle eines israelischen Angriffes Israel angreifen müsste, was aktuelle Veträge verbieten und unmoralisch wäre.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Politik.

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