http://www.faz.net/-gq5-771kr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.02.2013, 07:59 Uhr

UN-Bericht Zahl ziviler Opfer in Afghanistan sinkt erstmals seit sechs Jahren

Die Zahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg ist im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen. Das teilten die Vereinten Nationen in ihrem Jahresbericht für 2012 mit. Zugleich nahm die Opferzahl bei gezielten Angriffen auf Regierungsmitarbeiter um „atemberaubende 700 Prozent“ zu.

© AFP Frau vor einem Friedhof in Kabul: Die Zahl getöteter Mädchen und Frauen nahm 2012 um 20 Prozent zu, heißt es im UN-Bericht.

Die Zahl der bei Angriffen in Afghanistan getöteten Zivilisten ist nach Angaben der  Vereinten Nationen erstmals seit sechs Jahren wieder zurückgegangen. Zugleich ging die Zahl der Attentate auf afghanische Regierungsangestellte steil nach oben. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) hervor. 2754 Zivilisten seien im vergangenen Jahr getötet worden, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Verletzten habe „marginal“ auf 4805 zugenommen. Aufständische wie die Taliban seien für 81 Prozent der getöteten und verletzten Zivilisten verantwortlich gewesen, Nato-geführte Truppen und afghanische Sicherheitskräfte für acht Prozent. Die verbliebenen elf Prozent hätten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden können.

Um „atemberaubende 700 Prozent“ zugenommen habe die Zahl der Opfer bei gezielten Angriffen Aufständischer auf zivile Regierungsmitarbeiter, hieß es im Jahresbericht 2012. Im abgelaufenen Jahr seien 107 von ihnen getötet und 148 weitere verletzt worden. Um 20 Prozent zugenommen habe im vergangenen Jahr die Zahl der getöteten und verletzten Frauen und Mädchen. 301 Frauen und Mädchen seien getötet worden, weitere 563 seien verletzt worden.

Der Rückgang der insgesamt getöteten Zivilisten im vergangenen Jahr sei „sehr begrüßenswert“, teilte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Jan Kubis, mit. „Dennoch bleiben die Kosten an Menschenleben in dem Konflikt nicht hinnehmbar.“ Seit Beginn der Erhebung 2007 wurden bei der anhaltenden Gewalt in Afghanistan nach Angaben der Vereinten Nationen 14.728 Zivilisten getötet worden.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Expertin im Gespräch Amoktäter streben alle nach Grandiosität

Amokläufer sind empathielos und selbstverliebt – und kommen oft aus guten Elternhäusern. Die Kriminologin Britta Bannenberg über die psychopathologischen Züge der Täter. Mehr Von Karin Truscheit

25.07.2016, 19:06 Uhr | Gesellschaft
Afghanistan IS bekennt sich zu blutigem Anschlag in Kabul

Bei einem Anschlag auf friedliche Demonstranten in Kabul sind nach Regierungsangaben mehr als 80 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat beansprucht die Tat für sich. Mehr

24.07.2016, 11:02 Uhr | Politik
Tödliche Attacke in Reutlingen Mit einem Dönermesser durch die Stadt gelaufen

Zuerst tötet er eine Frau, dann terrorisiert und verletzt er in Reutlingen Passanten und Autofahrer. Vermutlich war es eine Beziehungstat, doch für viele steht die Nationalität des Täters im Vordergrund. Mehr

25.07.2016, 05:16 Uhr | Gesellschaft
Reutlingen Mann tötet Frau mit Machete und verletzt weitere Menschen

Am Sonntagnachmittag hat ein 21 Jahre alter Mann in Reutlingen eine Frau getötet. Anschließend verletzte der mutmaßliche Täter weitere Menschen mit dem Messer, wurde jedoch nach kurzer Zeit von der Polizei festgenommen. Erste Ermittlungsergebnisse deuten auf eine Beziehungstat hin. Mehr

25.07.2016, 13:31 Uhr | Gesellschaft
Bluttat in Reutlingen Täter und Opfer waren ein Paar

Es ist eine Gewalttat, die am Sonntag die Bürger in Reutlingen schockiert hat. Nun werden weitere Einzelheiten über den syrischen Flüchtling bekannt, der eine Frau aus Polen mit einem Dönermesser tödlich verletzte. Mehr Von Rüdiger Soldt, Stuttgart

25.07.2016, 18:07 Uhr | Gesellschaft

Eine barbarische Tat

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Nizza, Würzburg, Ansbach und jetzt Rouen. Wird der islamistisch motivierte Terror zur fast täglichen Normalität in Europa? Doch der Schrecken, den der IS verbreitet, darf nicht unseren Alltag bestimmen. Mehr 4