Home
http://www.faz.net/-gq5-771kr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

UN-Bericht Zahl ziviler Opfer in Afghanistan sinkt erstmals seit sechs Jahren

Die Zahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg ist im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen. Das teilten die Vereinten Nationen in ihrem Jahresbericht für 2012 mit. Zugleich nahm die Opferzahl bei gezielten Angriffen auf Regierungsmitarbeiter um „atemberaubende 700 Prozent“ zu.

© AFP Frau vor einem Friedhof in Kabul: Die Zahl getöteter Mädchen und Frauen nahm 2012 um 20 Prozent zu, heißt es im UN-Bericht.

Die Zahl der bei Angriffen in Afghanistan getöteten Zivilisten ist nach Angaben der  Vereinten Nationen erstmals seit sechs Jahren wieder zurückgegangen. Zugleich ging die Zahl der Attentate auf afghanische Regierungsangestellte steil nach oben. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) hervor. 2754 Zivilisten seien im vergangenen Jahr getötet worden, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Verletzten habe „marginal“ auf 4805 zugenommen. Aufständische wie die Taliban seien für 81 Prozent der getöteten und verletzten Zivilisten verantwortlich gewesen, Nato-geführte Truppen und afghanische Sicherheitskräfte für acht Prozent. Die verbliebenen elf Prozent hätten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden können.

Um „atemberaubende 700 Prozent“ zugenommen habe die Zahl der Opfer bei gezielten Angriffen Aufständischer auf zivile Regierungsmitarbeiter, hieß es im Jahresbericht 2012. Im abgelaufenen Jahr seien 107 von ihnen getötet und 148 weitere verletzt worden. Um 20 Prozent zugenommen habe im vergangenen Jahr die Zahl der getöteten und verletzten Frauen und Mädchen. 301 Frauen und Mädchen seien getötet worden, weitere 563 seien verletzt worden.

Der Rückgang der insgesamt getöteten Zivilisten im vergangenen Jahr sei „sehr begrüßenswert“, teilte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Jan Kubis, mit. „Dennoch bleiben die Kosten an Menschenleben in dem Konflikt nicht hinnehmbar.“ Seit Beginn der Erhebung 2007 wurden bei der anhaltenden Gewalt in Afghanistan nach Angaben der Vereinten Nationen 14.728 Zivilisten getötet worden.

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Luftangriffe Türkei prüft Berichte über zivile Opfer

Zivilisten seien bei einem Angriff der eigenen Luftwaffe auf ein PKK-Camp nicht getötet worden, erklärt das türkische Außenministerium – und leitet Ermittlungen ein. Mehr

01.08.2015, 21:52 Uhr | Politik
Angriff in Kabul Taliban stürmen Parlament

Während einer Sitzung des afghanischen Parlaments in Kabul haben mehrere bewaffnete Unterstützer der Taliban das Gebäude angegriffen. Nach Angaben der afghanischen Polizei sind alle Angreifer erschossen worden. Zuvor hatte sich nach Polizeiangaben vor dem Gebäude ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mehr

22.06.2015, 15:18 Uhr | Politik
Nach Tod Mullah Omars Machtkampf unter den Taliban

Unter dem Deckmantel des Heiligen Krieges sind nach Mullah Omars Tod die blanken Machtinteressen verschiedener Fraktionen der Taliban zum Vorschein gekommen. Eine Spaltung erscheint möglich. Mehr Von Friederike Böge

03.08.2015, 08:30 Uhr | Politik
Lehrer getötet Mehrere Opfer nach Angriff in Schule in Barcelona

Bei einem Angriff auf eine Schule in Barcelona sind ein Lehrer getötet und vier weitere Personen verletzt worden. Das teilte die Polizei nach der Verhaftung des mutmaßlichen Täters mit. Demnach soll er jünger als 14 Jahre alt sein. Mehr

20.04.2015, 17:45 Uhr | Gesellschaft
Somalia Autobombenanschlag erschüttert Mogadischu

In Mogadischu ist eine gewaltige Autobombe explodiert. Der Anschlag, zu dem sich die islamistische al Shabaab-Miliz bekannte, zielte vor allem auf ein von Diplomaten frequentiertes Hotel. Dabei kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Mehr

27.07.2015, 07:41 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 19.02.2013, 07:59 Uhr

Auch Roma haben unveräußerliche Rechte

Von Reinhard Veser

In der Debatte über sichere Herkunftsländer und die Unterbringung von Flüchtlingen sollte nicht vergessen werden, dass auch die Würde von Sinti und Roma unantastbar ist. Mehr 12 1