http://www.faz.net/-gq5-83yjw

Südchinesisches Meer : China will Riffe schützen, keine Landebahnen bauen

  • Aktualisiert am

Dieses Satellitenbild vom 16. April zeigt die chinesischen Bauarbeiten an einer Landebahn auf dem Fiery Cross Reef im Südchinesischen Meer Bild: Reuters

China hat sich für seine massiven Landaufschüttungen im Südchinesischen Meer gerechtfertigt. Die Aktivitäten dienten dem Schutz der Riffe und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen. Amerika hatte Peking vorgeworfen, eine Landebahn für Militärmaschinen zu bauen.

          China hat Kritik an seinen Landaufschüttungen im Südchinesischen Meer zurückgewiesen. Der Admiral Sun Jianguo räumte am Sonntag bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur zwar die Bauarbeiten auf mehreren Inseln und Riffen ein. Damit sollten aber lediglich deren „Funktion und die Arbeits- und Lebensbedingungen für das dort stationierte Personal“ verbessert werden. Die Lage im Südchinesischen Meer sei „insgesamt friedlich und stabil“, sagte der stellvertretende Chef des Generalstabs der Volksbefreiungsarmee. Es habe dort auch niemals ein „Problem mit der Freiheit der Schifffahrt“ gegeben.

          Die Vereinigten Staaten hatten China zuvor abermals zu Zurückhaltung in dem Territorialstreit ermahnt. Der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter sagte am Samstag beim sogenannten Shangri-La-Dialog, Pekings Vorgehen sei unvereinbar mit internationalen Normen. Washington fordere „eine friedliche Beilegung aller Streitigkeiten“. „Dazu sollten alle Beteiligten ihre territorialen Ansprüche umgehend und dauerhaft beenden“, sagte Carter. Außerdem lehne Washington eine weitere Militarisierung der umstrittenen Gebiete ab.

          Diese Bildkombination zeigt das Fiery Cross Reef am 14. August 2014 (links) und am 18. März 2015
          Diese Bildkombination zeigt das Fiery Cross Reef am 14. August 2014 (links) und am 18. März 2015 : Bild: Reuters

          Admrial Sun erwiderte, es gehe bei den umstrittenen Bauarbeiten nicht nur um chinesische „Verteidigungserfordernisse“. China wolle auch seine „internationalen Verpflichtungen“ besser erfüllen können, etwa bei der Seenotrettung, beim Katastrophenschutz, bei der Meeresforschung, bei der Wetterbeobachtung und beim Umweltschutz.

          Bild: F.A.Z.

          China streitet mit Taiwan, Brunei, Malaysia, Vietnam und den Philippinen seit Jahren um die Spratly-Inseln, eine weit verstreute Gruppe kleiner Inseln im Südchinesischen Meer. Peking erweiterte dort zuletzt die Fläche von Korallenriffen und verbat sich Kritik aus Washington, da auch die anderen Staaten in der Gegend Außenposten aufbauten. Carter räumte das Vorgehen anderer Staaten ein. „Allerdings ist ein Land viel weiter gegangen und viel schneller als andere Staaten. Und das ist China.“ China beanspruche zudem ein viel größeres Gebiet als die anderen.

          An der Sicherheitskonferenz in Singapur nahm auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) teil. Bei vielen Diskussionen sei die „Besorgnis spürbar, dass durch neue Macht- und Territorialansprüche insbesondere durch China die Stabilität in dieser Region und die friedliche Entwicklung gestört werden könnten“, sagte sie vor Journalisten. Gleichzeitig wachse in der Region aber die Bereitschaft zum Aufbau einer „Sicherheitsarchitektur“. Hier könne Europa viel Erfahrungswissen einbringen, „denn wir haben viel gelernt durch die Institutionen der EU, der Nato und der OSZE“.

          Bei einem Polizeieinsatz in unmittelbarer Nähe des Konferenzhotels war am frühen Sonntagmorgen ein Mann erschossen worden. Zwei weitere wurden festgenommen. Die drei hätten versucht, eine Sicherheitsbarriere zu durchbrechen, teilte die Polizei mit. Bei einem Festgenommenen seien Substanzen gefunden worden, bei denen es sich wahrscheinlich um Drogen handele.

          Chinesische Bauarbeiten auf dem Cuarteron-Riff, das von den Philippinen und China beansprucht wird.
          Chinesische Bauarbeiten auf dem Cuarteron-Riff, das von den Philippinen und China beansprucht wird. : Bild: dpa

          Weitere Themen

          Streit um Russland-Affäre eskaliert Video-Seite öffnen

          Geheimpapier veröffentlicht : Streit um Russland-Affäre eskaliert

          Die Demokraten im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses warfen den Republikanern am Samstag in einem Papier vor, das FBI, das Justizministerium, Sonderermittler Robert Mueller sowie die Nachforschungen im Kongress untergraben zu wollen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.