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Südchinesisches Meer : China verlegt Kampfflugzeuge auf umstrittene Insel

  • Aktualisiert am

Satellitenaufnahme der Woody-Insel Bild: Reuters

Die Regierung in Peking schafft im Streit um das Südchinesische Meer neue Tatsachen: Während des Amerika-Besuchs von Chinas Außenminister wird die Stationierung von Kampfjets publik.

          China hat im Streit um Gebietsansprüche laut einem Bericht Kampfjets auf einer Insel im Südchinesischen Meer stationiert. Die Maschinen seien auf der von Peking beanspruchten Woody-Insel, meldete der Sender Fox News unter Berufung auf zwei nicht genannte Regierungsvertreter am Dienstag. Ein Sprecher des amerikanischen Pazifikkommandos bestätigte den Bericht, betonte aber, dass chinesische Kampfjets auch schon früher auf der Insel gewesen seien, auf die auch Taiwan und Vietnam Anspruch erheben.

          Der chinesische Außenminister Wang Yi hält sich derzeit zu einem Besuch bei seinem Amtskollegen John Kerry in Washington auf. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit China hatte die amerikanische Marine Ende Januar ein Kriegsschiff in die Zwölf-Meilenzone rund um die von Peking beanspruchte Insel des Paracel-Archipels entsandt. Bei dem Einsatz sei es um die Verteidigung der „freien Schifffahrt im Südchinesischen Meer“ gegangen.

          Südchinesisches Meer : China verlegt Kampfjets auf umstrittene Insel im Südchina-Meer

          China beansprucht 90 Prozent

          Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen. Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit über 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht.

          Die Regierung in Peking hatte vergangene Woche erklärt, auf der Insel „Waffen“ stationiert zu haben. Laut Angaben aus den Vereinigten Staaten handelt es sich dabei um Boden-Luft-Raketen mit einer Reichweite von 200 Kilometern.

          Bild: F.A.Z.

          Das Verhältnis zwischen den Amerikanern und China ist wegen Pekings Gebietsansprüchen im Südchinesischen Meer angespannt. Im Gebiet der von mehreren asiatischen Ländern beanspruchten Spratly-Inseln lässt China künstliche Inseln aufschütten. Am Montag wurden in den Vereinigten Staaten Satellitenbilder veröffentlicht, die den Aufbau einer Hochfrequenzradarstation auf den Spratlys zeigen dürften.

          Washington wies Pekings Ansprüche auf die Gewässer um die künstlichen Inseln wiederholt zurück. Es wirft der Volksrepublik China vor, mit der Aufschüttung die freie Schifffahrt in der Region zu bedrohen, durch die ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte verlaufen. Peking wiederum bezichtigt die Amerikaner der Machtdemonstration im asiatischen Pazifik.

          Quelle: peer./AFP/dpa

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