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Saudi-Arabien : Zahl der Enthauptungen auf Rekordstand

  • -Aktualisiert am

Der saudische König Salman: Unter seine Herrschaft richtete Saudi-Arabien in diesem Jahr weltweit die meisten Menschen hin. Bild: Reuters

Kein anderes Land hat in diesem Jahr mehr Menschen hingerichtet als Saudi-Arabien. Kann die Kritik der Vereinten Nationen einen weiteren Anstieg der Todesstrafen verhindern?

          In Saudi-Arabien sind seit Anfang Januar so viele Menschen hingerichtet worden wie im gesamten vergangenen Jahr. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die die Zahl der vollstreckten Todesurteile mit neunzig beziffert. Am Freitag wurden weitere Enthauptungen erwartet, die auf öffentlichen Plätzen durchgeführt und oft von Hunderten Schaulustigen besucht werden. Nur China und Iran führten 2014 mehr Hinrichtungen durch als das wahhabitische Königreich, dessen Justizsystem auf der Scharia fußt, die auch Prügelstrafen sowie das Abhacken von Gliedmaßen bei minder schweren Vergehen vorsieht.

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          Menschenrechte : Amnesty: Mehr Todesurteile, weniger Hinrichtungen

          Knapp die Hälfte der Todesurteile in diesem Jahr wurde wegen Drogendelikten vollstreckt, die Todesstrafe steht unter anderem aber auch auf Vergewaltigung und Mord. Die meisten Hingerichteten sind Saudis, es wurden aber auch Gastarbeiter aus Pakistan, dem Jemen, Syrien, Jordanien, Indien, Indonesien, den Philippinen und Sudan gehenkt. Die Vereinten Nationen haben den drastischen Anstieg der öffentlichen Enthauptungen wiederholt scharf kritisiert. In Riad herrscht seit Jahresbeginn König Salman, der seinen innersten Führungszirkel im April neu ordnete – und auf Verfechter eines repressiven Kurses setzt: Die beiden Kronprinzen, Muhammad Bin Nayef Al Saud, und sein Sohn, Muhammad Bin Salman Al Saud, sind Innenminister und Verteidigungsminister. Bereits im vergangenen halben Jahr vor dem Tod von Salmans Vorgänger Abdullah im Januar hatte die Zahl der Enthauptungen drastisch zugenommen.

          Stellenangebot: Henker gesucht

          Weil die Justiz von den vielen Hinrichtungen überfordert ist, hatte die Regierung vor zwei Wochen per Stellenanzeige nach neuen Henkern gesucht. Obwohl diese als „religiöse Funktionäre“ eingeordnet werden, rangieren ihre Gehälter am unteren Ende der Einkommensskala. Auch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) führt Hinrichtungen durch und begründet diese wie das wahhabitische Herrscherhaus mit dem Koran.

          Der IS bekannte sich unter dessen am Freitag zu einem Attentat vor einer schiitischen Moschee im Osten Saudi-Arabiens, bei dem ein Selbstmordattentäter drei Menschen mit in den Tod riss. Erst vor einer Woche waren bei einem Selbstmordanschlag des IS auf eine schiitische Moschee nahe Al Katif 22 Gläubige getötet worden. Die Schiiten sind in Saudi-Arabien eine Minderheit. Sie protestieren regelmäßig gegen Diskriminierung seitens des Staates.

          Quelle: F.A.Z.

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