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Franziskus auf den Philippinen : Papst: Die Meinungsfreiheit hat Grenzen

Papst Franziskus Ankunft auf den Flughafen in Manila: „Den Glauben der anderen nicht herausfordern, beleidigen oder lächerlich machen“ Bild: AP

Auf dem Weg nach Manila mahnt Papst Franziskus, jede Religion habe eine „Würde, über die man sich nicht lustig machen kann“. In der philippinischen Hauptstadt wurde das Kirchenoberhaupt von zehntausenden Gläubigen enthusiastisch empfangen.

          Die Meinungsfreiheit hat nach Ansicht von Papst Franziskus Grenzen - dann, wenn sie religiöse Gefühle anderer verletzt. „Viele Menschen ziehen über Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzen. Jede Religion hat eine Würde, und man kann sich darüber nicht lustig machen“, sagte der Papst mit Blick auf die Terroranschläge auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ auf dem Flug zur die philippinische Hauptstadt Manila.

          Till  Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Er fügte mit Blick auf Alberto Gasbarri, den Reiseorganisator des Papstes, hinzu: „Wenn Dr. Gasbarri, mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag. Denn man kann den Glauben der anderen nicht herausfordern, beleidigen oder lächerlich machen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag das Oberhaupt der Katholiken weiter. Auch Religionen hätten ihre Würde - insofern sie den Menschen achteten.

          Eine „gute Dosis Unbeschwertheit“

          Gleichzeitig betonte der Papst, dass man im Namen Gottes nicht töten dürfe. Das Evangelium lehne Gewalt ab. „In Theorie sind wir alle einer Meinung, aber wir sind Menschen, und es gibt die Klugheit, eine Tugend des menschlichen Zusammenlebens“, sagte Franziskus. „Ich kann niemanden dauernd beleidigen oder provozieren, denn dann gehe ich das Risiko ein, ihn zu erzürnen und eine ungerechte Reaktion hervorzurufen. Das ist menschlich.“ Meinungsfreiheit müsse auch die menschliche Wirklichkeit berücksichtigen.  

          Nach den Terroranschlägen sei die Sicherheit um ihn erhöht worden, sagte der Papst. Er mache sich Sorgen um die Gläubigen. Er selbst habe dagegen eine „gute Dosis Unbeschwertheit“. Wenn ihm etwas zustoßen sollte, scherzte Franziskus, bitte er Gott, „dass sie mir nicht wehtun, denn ich bin nicht mutig, was Schmerz angeht.

          In Manila hatten sich schon viele Stunden vor der Ankunft von Papst Franziskus in Manila hatten sich Tausende Gläubige an den Straßenrändern aufgestellt. Mit Fähnchen in den Händen warteten sie geduldig entlang der Route, die der Papst vom Luftwaffenflugplatz Villamor über den Roxas Boulevard und über die Quirino Avenue bis zur diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls auf den Philippinen nehmen sollte, in dem er Papst bei seinem vier Tage dauernden Aufenthalt nächtigen wird.

          Zehntausende Menschen warteten auf die Ankunft des Papstes in Manila. Bilderstrecke
          Zehntausende Menschen warteten auf die Ankunft des Papstes in Manila. :

          Zwar hatte der Papst dem Kardinal von Manila Luis Antonio Tagle gesagt, dass der Heilige Vater nicht im Zentrum des Besuches stehen solle, sondern Jesus. Doch überall hingen Plakate mit seinem  Gesicht. In Hotels und vor Kirchen waren sogar nahezu lebensgroße Pappfiguren aufgestellt. Straßenstände  boten T-Shirts mit seinem Konterfei in allen Variationen an. Die Begeisterung der Menschen über den ersten Besuch eines Papstes, seitdem Johannes Paul II. im Jahr 1995 vor vier Millionen Menschen die Messe gelesen hatte, war gewaltig.

          In der wartenden Menge standen Kreuze und Marienstatuen, Chöre sangen Kirchenlieder. „Die Menschen geben sehr viel Geld aus, um den Papst in Rom zu sehen. Zu uns kommt er einfach so“, sagte die 50 Jahre alte Bernadette Abejo, die ihn ihren Händen ein Fähnchen und ein kleines Kruzifix hielt. Als der Papst-Flug 4111 der Sri-Lankan-Airlines etwas früher als planmäßig gelandet war, ging ein Raunen durch die Menge, gefolgt von Applaus. Kirchen läuteten ihre Glocken, um den Papst willkommen zu heißen. Als der so Erwartete durch die Flugzeugtür trat, wehte ihm ein Windzug das Käppchen vom Kopf.

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