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Sprengköpfe : Nordkorea spricht von Durchbruch bei Atomwaffen

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Yong-un bei einem angeblich unter Wasser vorgenommenen Raketentest vor knapp zwei Wochen Bild: dpa

Nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA ist das Land jetzt in der Lage, ballistische Raketen mit Atom-Sprengköpfen zu bestücken. Hieran hatte der Westen bislang gezweifelt.

          Nordkorea ist nach eigenen Angaben in der Lage, eine ballistische Rakete mit einem passenden Atomsprengkopf zu bestücken. Man könne sich mit Atomwaffen verteidigen, die klein genug für Raketen seien, wurde ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission, des wichtigsten nordkoreanischen Entscheidungsgremiums, am Mittwoch von den Staatsmedien zitiert. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

          Nordkorea hatte bisher drei unterirdische Atomtests unternommen. In Regierungskreisen in den Vereinigten Staaten und Südkorea wurde bisher bezweifelt, dass Nordkorea schon einen Atomsprengkopf bauen könne, der sich auf eine Rakete montieren lässt.

          Ban Ki-moon wieder ausgeladen

          Die Medung der KCNA wurde bekannt, kurz nachdem das Land UN-Generalsekretär Ban Ki Moon von einem geplanten Besuch wieder ausgeladen hatte. Nordkorea habe die Rücknahme der Zustimmung nicht begründet, teilte Ban am Mittwoch in Seoul mit. „Es gab keine Erklärung für den Wandel in letzter Minute.“ Ban selbst sowie die südkoreanische Regierung äußerten sich enttäuscht über die Absage.

          Einreise verweigert: UN-Generalsekretät Ban Ki-moon Mitte Mai in Seoul

          Ban wollte nach UN-Angaben bei seinem ersten Besuch in Nordkorea am kommenden Donnerstag den grenznahen innerkoreanischen Industriepark Kaesong besuchen. Es gehe nicht um eine diplomatische Mission, sondern um die Besichtigung des Fabrikparks, hatte es geheißen. Allerdings hatte der aus Südkorea stammende Ban die Hoffnung geäußert, mit seinem Besuch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea beitragen zu können.

          Streit über Lohn für Kaesong-Arbeiter

          Ban wäre der erste Generalsekretär der Vereinten Nationen seit mehr als 20 Jahren gewesen, der nordkoreanischen Boden betreten hätte. Er wolle keine Mühen scheuen, Nordkorea zu ermutigen, „mit der internationalen Gemeinschaft für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und darüber hinaus zusammenzuarbeiten“, sagte Ban am Mittwoch. Südkorea unterstütze die UN und Ban in diesen Bemühungen, teilte das Außenministerium in Seoul mit.

          In dem nahe der Grenze zu Südkorea gelegenen m Industriepark Kaesong arbeiten etwa 53.000 Nordkoreaner für 120 südkoreanische Firmen. Die Unternehmen profitieren vor allem von günstigen Arbeitskräften aus dem weiterhin abgeschotteten Norden. Allerdings gibt es derzeit Streit wegen einer Entscheidung des kommunistischen Regimes in Nordkorea aus dem Februar, die Löhne für die Arbeiter in dem Industriepark anzuheben. Südkorea kritisierte, dass der Beschluss ohne die erforderliche Abstimmung mit Seoul getroffen worden sei.

          KCNA: Technologie für kleinere Sprengköpfe

          Am Mittwochmittag meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA, Nordkorea verfüge jetzt über eine Technologie, mit der Atomsprengköpfe so klein gebaut werden können, dass man sie auf Langstrecken-Raketen montieren könne. Ein Sprecher des nationalen Verteidigungskommitees habe mitgeteilt, mit diesen Raketen werde Nordkorea sich gegebenenfalls verteidigen.

          Es sei viel Zeit vergangen, „seitdem wir mit der Verkleinerung und der Diversifizierung unserer Mittel für einen Atomschlag“ begonnen haben, hieß es in der Mitteilung nach KCNA-Angaben. Die „Stufe der höchsten Grades der Genauigkeit nicht nur für Kurz- und Mittelstreckenraketen, sondern auch für Langstreckenraketen“ sei erreicht. „Wir verbergen diese Tatsache nicht.“ Erst vor knapp zwei Wochen hatte Nordkorea den erfolgreichen Start einer Rakete von einem U-Boot gemeldet. Schon zu diesem Zeitpnkt hatten Fachleute vermutet, dass Nordkorea an der Verkleinerung derartiger Sprengköpfe arbeiten könnte.

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