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Berlin : Mit Sonnenblumen gegen eine Annäherung an China

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Weltweit demonstrieren Bürger Taiwans v gegen ihre Regierung. Studenten besetzen derweil das Parlament in Taipeh. Hunderttausende gehen auf die Straßen um Ihre Regierung zu mehr Demokratie zu zwingen.

          Der Chinas gibt es zwei, zumindest in der Wahrnehmung der Bürger der Insel Taiwan, die ihre Heimat „Republik China“ nennen. Damit stehen sie im Gegensatz zur Volksrepublik China, dem großen Bruder auf dem Festland. Dort kennt man nur ein China und dieses umfasst auch Taiwan. Doch die Menschen dort sind seit der Revolution Maos lieber unabhängige Taiwaner unter dem Schutz Amerikas, als angeschlossene Chinesen.

          Lange Zeit hatte China deshalb Raketen auf Taiwan gerichtet. Seit ein paar Jahren versucht Peking, die wirtschaftlichen Verbindungen so eng zu schließen, dass irgendwann aus beiden Staaten wieder einer wird. Jetzt wollte Taiwans Präsident Ma Ying-jeou ein Wirtschaftsabkommen mit China durchs Parlament peitschen. Zuletzt vertrauten ihm nur noch neun Prozent seiner Landsleute, im Parlament wäre seine Mehrheit aber noch groß genug gewesen. Für die Diskussion veranschlagte er gerade einmal eine halbe Minute Zeit.

          Insbesondere die jungen Menschen auf der Insel stört die Art und Weise, wie die Annäherung an das Festland vor sich gehen sollte. Sie schätzen die westliche Lebensweise und auch ihre demokratischen Rechte. Viel mehr als die Regierung das erwartete hatte. Kurz nach der Abstimmung besetzten rund 100 Studenten das Parlament. Das war vor einer Woche, und die Studenten sind noch immer dort. Hunderttausende protestieren auf den Straßen, Sonnenblumenrevolution nennen sie es. Dabei bleiben sie friedlich.

          Alle Versuche der Regierungssender, Beweise für Vandalismus zu finden, schlugen fehl. Die einzig dokumentierte Gewalt ging von der  Polizei aus, die vergeblich versuchte, ein Regierungsgebäude wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Die jungen Sonnenblumenrevoutionäre indes übertragen alles, was sie tun, ins Internet: Auf Webportalen kann man live beobachten, was passiert.

          Vor Ort wird auf Mülltrennung geachtet und Ordner sorgen dafür, dass die Revolution nicht aus dem Ruder läuft. Schließlich geht es nicht um einen Staatsreich sondern um Protest gegen mehr Einfluss aus China. Kein Grund also, nicht friedlich zu protestieren.

          Weltweite Sympathie taiwanesischer Exilanten ist die Folge, auch in Berlin demonstrierten diese gegen ihre Regierung in Taipeh  und fordern die Einhaltung von demokratischen Spielregeln. Errungenschaften und Bürgerrechte die sie für ihr Leben und ihre Insel wichtiger finden, als eine Annäherung an das große Festlandchina.

          Quelle: FAZ.NET/masp

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