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Folter, Bespitzelung, Ausbeutung : UN werfen Nordkorea schwere Verbrechen vor

  • -Aktualisiert am

Terrorregime: Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un übernahm das Gulag-System seines Großvaters Kim Il-sung. Bild: dpa

Rund 120.000 politische Gefangene werden in Nordkorea unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Vereinten Nationen, der am Montag in Genf vorgestellt wurde.

          Schwerste körperliche Arbeit, Hunger, Folter, Denunziationen und Sippenhaft – Nordkorea hält seine rund 120.000 politischen Gefangenen unter brutalsten Bedingungen in seinen Straflagern fest. Ein Bericht einer UN-Untersuchungskommission, der am Montag in Genf vorgelegt wurde, wirft Nordkorea schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor und fordert, dass diese Verbrechen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gebracht werden.

          Ein Jahr lang hatte eine UN-Kommission, die von dem australischen Richter Kirby geleitet wurde, sich erstmals mit der Menschenrechtslage in Nordkorea befasst. Sie befragte für ihren Bericht mehr als 100 Personen , Flüchtlinge aus Nordkorea und andere Zeugen in öffentlichen Anhörungen. Ehemalige Häftlinge berichteten von unglaublichen Zuständen im nordkoreanischen Gulag.

          Demütigungen und Sippenhaft

          Danach müssen die Gefangenen auf geringsten Lebensmittelrationen bis zu 14 Stunden täglich arbeiten, viele äßen Gras, Wurzeln, Würmer und Schlangen. Die Flüchtlinge berichteten der Kommission, dass viele Häftlinge wegen der harten Bedingungen in den Lagern sterben. Eine ehemalige Gefangene berichtete vom einwöchigen Propaganda-Unterricht, den die Gefangenen kniend absolvieren mussten, während ihnen die Aufseher in der Mund spuckten.

          Das Gulag-System wurde in den fünfziger Jahren von Staatsgründer Kim Il-sung eingerichtet und wird heute auch unter seinem Enkel Kim Jong-il genutzt. Die Kommission berichtet von willkürlichen Festnahmen, Vergewaltigungen, Zwangsabtreibungen und Entführungen, auch von Bürgern anderer Staaten. Nordkoreas Bürger werden aus ethnischen, religiösen oder politischen Gründen verfolgt. Besonders bei politischen Vergehen oder Fluchtversuchen über die grüne Grenze nach China gilt eine Sippenhaft, nach der auch Familienmitglieder bestraft werden können.

          Nordkorea lehnt Zusammenarbeit ab

          Es sind Fälle bekannt, in denen ganze Familien in die Straflager eingewiesen wurden. Als politisches Verbrechen gilt es auch, eingeschmuggelte südkoreanische Filme anzuschauen. Das nordkoreanische Regime leugnet Menschenrechtsverletzung und lehnt eine Zusammenarbeit mit der UN- Kommission ab.

          Es ist nicht das erste Mal, dass Berichte über den nordkoreanischen Gulag und die politische Unterdrückung in Nordkorea veröffentlicht wurden. Menschenrechtsorganisationen und Hilfsorganisationen haben schon oft auf die Zustände in Nordkorea hingewiesen. Menschenrechtler erhoffen sich aber von dem Bericht der UN mehr internationale Aufmerksamkeit.

          China schickt Flüchtlinge zurück

          Auch China, das Flüchtlinge aus Nordkorea zurückschickt, und sie damit einer Inhaftierung in Lagern aussetzt, gerät durch den Bericht unter Druck. Dass Nordkorea auch unter seinem jungen Machthaber Kim Jong-un durch Terror regiert wird, war zuletzt durch die Hinrichtung des Onkels von Machthaber Kim Jong-un und früheren zweiten Mannes an der Staatspitze, Jang Song-taek, deutlich geworden. Nach Berichten aus Südkorea wurden nicht nur Jang Song-taeks enge Mitarbeiter hingerichtet, sondern auch alle seine nahen Verwandten.

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