Südkorea hat in scharfem Ton auf die Aufkündigung sämtlicher Nichtangriffs-Abkommen und Drohungen Nordkoreas mit einem atomaren Erstschlag reagiert. Das Regime von Machthaber Kim Jong-un werde zugrunde gehen, sollte es Südkorea mit Atombomben angreifen, sagte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Kim Min-seok, am Freitag vor Journalisten in Seoul. Präsidentin Park Geun-hye sagte, sie werde entschlossen auf Provokationen aus dem Norden reagieren.
Nordkorea hatte wenige Stunden vor der Verabschiedung neuer Sanktionen des UN-Sicherheitsrats in New York am Donnerstag mit einem atomaren Erstschlag gegen Amerika und Südkorea gedroht. Nach der Verhängung der Einschränkungen für Diplomaten, den internationalen Zahlungsverkehr und mutmaßliche Waffenhändler kündigte das kommunistische Land am Freitag zudem den Nichtangriffspakt mit Südkorea und alle anderen Abkommen auf, deren Ziel die Entspannung zwischen den beiden Staaten war.
Sämtliche Nichtangriffs-Abkommen mit Südkorea seien nichtig, gab das nordkoreanische staatliche Komitee KCNA zur Wiedervereinigung am Freitag bekannt. Pjöngjang beschuldigte abermals Südkorea und die Vereinigten Staaten, einen Krieg gegen Nordkorea vorzubereiten. Besonders wurden gemeinsame amerikanisch-südkoreanische Manöver, die am Montag beginnen sollen, als Akt der Aggression bezeichnet. Nordkorea hatte bereits zuvor angekündigt, dass es sich ab dem kommenden Montag nicht mehr an den Waffenstillstand des Jahres 1953 gebunden sieht.
Die jetzt gekündigten Nichtangriffsvereinbarungen mit Südkorea stammen aus dem Jahr 1991. Auch die direkte telefonische „Hotline“ zu Südkorea, die seit dem Jahr 1971 besteht, will Nordkorea jetzt abschalten. Ebenso sei die Einigung über eine Denuklearisierung Nordkoreas nicht mehr gültig. Niemand dürfe mehr von einem Abbau der nordkoreanischen Atomprogramms reden, hieß es in der von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur verbreiteten Erklärung. Nordkorea beschwerte sich auch, dass seine Äußerungen nicht ernst genommen würden. Es seien nicht nur Drohungen, sondern es sei der starke Wille von Armee und Volk, „den Feind zu vernichten“.
Laut KCNA besuchte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un am Donnerstag eine Militäreinheit an der innerkoreanischen Grenze, die 2010 in einen tödlichen Zwischenfall mit dem Süden verwickelt war. Dabei habe er die Bereitschaft des Landes zum Krieg betont und verkündet, im Falle einer Provokation werde er Angriffe entlang der gesamten Grenze anordnen.
Washington wies die Drohungen Nordkoreas zurück. „Die Vereinigten Staaten sind voll und ganz in der Lage, sich gegen nordkoreanische Raketendrohungen zu verteidigen“, sagten wortgleich die Sprecher von Weißem Haus und Außenministerium. Ohnehin seien die Drohungen nicht neu, das Land habe bereits häufiger bewiesen, dass ihm nicht an einer Verbesserung der internationalen Beziehungen gelegen sei.
Chinesische Beobachter rechnen nicht mit Krieg
Die Europäische Union angesichts der nordkoreanischen Muskelspiele weitere Sanktionen gegen die kommunistische Regierung in Pjöngjang. Kommenden Montag werde in Brüssel beraten, ob die EU über die UN-Sanktionen hinaus weitere Maßnahmen ergreifen werde, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Freitag in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ mitteilen, über Nordkoreas Drohungen „sehr besorgt“ zu sein. Die Staatengemeinschaft werde sich davon aber nicht unter Druck setzen lassen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Rechnung geht nicht auf, dass die Welt sich von Kriegsdrohungen beeindrucken lässt.“ Dies habe auch der UN-Sicherheitsrat mit seinen jüngsten Sanktionsbeschlüssen klar gestellt.
Auch in China wurde über Nordkoreas Drohungen berichtet. Pekings Haltung im Sicherheitsrat spiegele die Stimmung der chinesischen Gesellschaft wieder und solle Nordkorea zeigen, dass es die Interessen Chinas nicht missachten solle, schrieb die Pekinger „Global Times“ am Freitag. Die meisten Beobachter in China sind sich darin einig, dass Nordkorea keinen Krieg will. Nordkorea hoffe mit dieser Strategie die Vereinigten Staaten zu direkten Gesprächen zu bewegen, sagt Wei Zhijiang von der Sun Yatsen-Universität.
Der wichtigste bilaterale Nichtangriffspakt zwischen Nord- und Südkorea wurde 1991 unterzeichnet. Er sieht eine friedliche Regelung von Meinungsverschiedenheiten vor und soll versehentliche militärische Zusammenstöße an der innerkoreanischen Grenze vermeiden helfen.
Das Rote Telefon als ständige Verbindung zwischen Pjöngjang und Seoul wurde 1971 eingerichtet. Nordkorea hatte schon häufig mit seiner Kappung gedroht und den direkten Draht auch tatsächlich bereits zweimal unterbrochen.
Der Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea geht zurück auf das Jahr 1953. Am Dienstag hatte Pjöngjang mit der Aufkündigung des Abkommens gedroht, das den Korea-Krieg beendete. Formell befinden sich beide Staaten noch immer im Kriegszustand. (Reuters)
Was wirklich Sache ist und nicht westliche Propaganda
joachim tarasenko (truthful)
- 09.03.2013, 20:45 Uhr
Die "Titanic" weiß, womit Nordkorea noch drohen könnte:
Closed via SSO (HHPPFF)
- 09.03.2013, 16:34 Uhr
Meine Sicht der Dinge
joachim tarasenko (truthful)
- 09.03.2013, 13:38 Uhr
Leichtfertig sollte man das nordkoreanische Heer nicht verachten
Lope de Aguirre (ZornGottes)
- 08.03.2013, 22:46 Uhr
ich befürchte das es gewalltig kracht !!!
lutz jaensch (saveman)
- 08.03.2013, 20:01 Uhr
