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Umstrittenes Todesurteil : Drahtzieher der Anschläge in Bombay 1993 hingerichtet

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Demonstration gegen die geplante Hinrichtung am Montag in Neu-Delhi Bild: AFP

Der wegen der schwersten Anschlagsserie in der indischen Geschichte verurteilte Yakub Memon ist gehängt worden. Bis zuletzt hatte es Proteste gegen das Todesurteil gegeben.

          In Indien ist ein umstrittenes Todesurteil gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte des Landes vollstreckt worden. Yakub Memon sei am Donnerstag im Nagpur-Gefängnis im westlichen Bundesstaat Maharashtra gehängt worden, berichteten die Fernsehsender NDTV und CNN-IBN. Auch die Nachrichtenagentur PTI berichtete unter Berufung auf Behördenvertreter über die Exekution, die demnach an Memons 53. Geburtstag stattfand. Kurz zuvor war ein letztes Gnadengesuch abgelehnt worden.

          Memon war der einzige von elf Verurteilten, dessen Todesstrafe im Zusammenhang mit der Anschlagsserie vom März 1993 aufrechterhalten worden war. Die Bombenattentate hatten sich unter anderem gegen die Börse in Bombay, eine Niederlassung von Air India und ein Luxushotel gerichtet. 257 Personen waren damals getötet worden. Für die Taten wurden Mitglieder der muslimischen Minderheit verantwortlich gemacht.

          Memon hatte Beteiligung stets bestritten

          Memon hatte eine Beteiligung stets abgestritten. Das gegen ihn verhängte Todesurteil spaltete die indische Gesellschaft. Menschenrechtsaktivisten wandten sich gegen die geplante Hinrichtung. Auch der frühere Richter am höchsten indischen Gericht, Harjit Singh Bedi, rief das Tribunal auf anzuerkennen, dass Memon mit den Ermittlern zusammengearbeitet und freiwillig aus Pakistan nach Indien zurückgekehrt sei. Andere halten Yakub Memons flüchtigen Bruder Tiger für den wahren Verantwortlichen der Anschläge.

          Kurz vor den Anschlägen war Memons Familie nach Dubai gereist, später floh sie nach Pakistan. 1994 kehrte sie nach Indien zurück. Acht Familienmitglieder wurden festgenommen. Memons Vater starb während des langen Verfahrens, drei Verwandte wurden freigesprochen und drei andere zu lebenslanger Haft verurteilt. Memon selbst wurde 2006 mit zweien seiner Brüder von einem Sondergericht verurteilt, das auf Grundlage einer umstrittenen Anti-Terror-Gesetzgebung urteilte, die nach den Anschlägen in Bambay beschlossen worden war.

          Hinrichtungen sind in Indien selten. Der indische Präsident Pranab Mukherjee wies in den vergangenen drei Jahren aber eine Reihe von Gnadengesuchen ab, nachdem zuvor acht Jahre lang kein Todesurteil vollstreckt worden war.

          Aber auch für die Hinrichtung gab es viele Fürsprecher, so zuletzt am Mittwoch in Neu-Delhi

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