Home
http://www.faz.net/-hoy-78yik
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Deeskalation Nordkorea zieht Mittelstreckenraketen zurück

Ein Zeichen der Entspannung? Nordkorea hat offenbar zwei Musudan-Mittelstreckenraketen von ihren mobilen Abschussbasen abgezogen. Heute wird Südkoreas Präsidentin in Washington erwartet.

© dpa Vergrößern Mittelstreckenraketen des Typs Musudan bei einer Parade in Pjöngjang

Nordkorea hat nach amerikanischen Angaben zwei Mittelstreckenraketen von ihren mobilen Abschussrampen an der Ostküste des Landes wieder abgezogen. Die Raketen des Typs Musudan seien in ein Depot gebracht worden, wie der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen amerikanischen Beamten berichtete. Das Militär der Vereinigten Staaten und Südkoreas hatten seit Wochen Hinweise darauf, dass das kommunistische Land mehrere Raketen, darunter auch Mittelstreckenraketen, in Startposition gebracht hatte.

Auch südkoreanische Regierungsbeamte bestätigten am Dienstag den Abzug der Musudan-Raketen. Allerdings sei ihr derzeitiger Standort unbekannt, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen hochrangigen Beamten in Seoul. Auch scheine das Regime in Pjöngjang die Ende März ausgerufene Stufe der „höchsten Gefechtsbereitschaft“ für alle Feldartillerieverbände, inklusive der strategischen Raketeneinheiten, bereits Ende April wieder aufgehoben zu haben. Eine Bestätigung aus Nordkorea gab es dafür zunächst nicht.

Südkoreas Präsidentin in Washington

Die Berichte erfolgten kurz vor einem geplanten Treffen der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und dem amerikanischen Präsident Barack Obama an diesem Dienstag in Washington. Ein Schwerpunkt ist dabei der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Der Konflikt mit Nordkorea hatte sich seit dem drittem Atomtest des Landes im Februar zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und amerikanisch-südkoreanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den Vereinigten Staaten einen atomaren Erstschlag angedroht und den „Kriegszustand“ im Verhältnis zu Südkorea erklärt.

Nordkoreas Volksarmee drohte unterdessen angesichts neuer Marineübungen der Vereinigten Staaten und Südkoreas zur U-Boot-Abwehr für den Fall mit militärischen Schritten, dass sein Territorium verletzt würde. Das Land werde „sofortige Gegenmaßnahmen ergreifen, sollte auch nur eine einzige Kugel in unsere Gewässer fallen“, wurde das südwestliche Frontkommando von den Staatsmedien zitiert.

Die Übungen vor der Westküste der koreanischen Halbinsel hatten nach Berichten südkoreanischer Medien am Sonntag begonnen, nur wenige Tage nach der Beendigung jährlicher zweimonatiger Feldübungen der beiden Verbündeten. Die Marineübungen sollen bis Freitag dauern.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Werben um Putins Gunst Nordkorea spielt die russische Karte

Vor der Abstimmung über eine UN-Resolution zur Menschenrechtslage in Nordkorea sieht sich das Regime wieder einmal isoliert. Jetzt hofft es auf Präsident Putin, der dem Westen die Stirn bietet. Mehr Von Petra Kolonko, Peking

17.11.2014, 21:58 Uhr | Politik
Obama in China Lahme Ente in feindlichen Gewässern

Der amerikanische Präsident wird bei seinem Staatsbesuch in China mit viel Misstrauen empfangen. Doch die zwei größten Wirtschaftsmächte der Welt sind auf eine gesunde Kooperation angewiesen. Mehr Von Petra Kolonko, Andreas Ross, Peking/Washington

09.11.2014, 23:20 Uhr | Politik
Apec-Gipfel Obama schmeichelt den Chinesen

Wer hat das Sagen in der Welt? Auf dem Asien-Pazifik-Treffen geht es aller Erfahrung nach auch um diese Frage. Präsident Barack Obama jedoch bestreitet nun, dass Amerika den chinesischen Einfluss in der Region klein halten wolle. Das Gegenteil sei richtig. Mehr

11.11.2014, 03:35 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.05.2013, 06:32 Uhr

Eine neue Ära

Von Daniel Deckers

Die politischen Eliten Portugals waren nicht gefeit gegen die Verlockungen der Macht und des Geldes und konnten sich lange sicher fühlen. Doch nun ist die Zeit der Straflosigkeit vorbei. Mehr 1 4