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Veröffentlicht: 29.11.2013, 16:25 Uhr

Chinas widersprüchliche Signale Peking begleitet „feindliche“ Flugzeuge im Luftraum

Während das Außenministerium in Peking versucht, die internationalen Sorgen um eine Eskalation im Inselstreit mit Japan zu zerstreuen, haben chinesische Kampfjets „feindliche“ Flugzeuge „begleitet“.

© REUTERS Chinesische Kampfflugzeuge (Archivbild)

Die chinesische Regierung gibt weiterhin widersprüchliche Hinweise darauf, wie sie ihre neue „Luftverteidigungszone“ durchsetzen will. Angesichts internationaler Kritik an der vor einer Woche erklärten Zone zeigte sich das Außenministerium am Freitag bemüht, Sorgen über eine Eskalation der Lage zu zerstreuen. Die Luftverteidigungszone sei nicht identisch mit dem Luftraum Chinas, versicherte der Sprecher des Außenministeriums, der normale Flugverkehr sei daher nicht betroffen. Zuvor waren amerikanische, japanische und südkoreanische Militärflugzeuge in die Zone geflogen, ohne sich, wie von China gefordert, zu registrieren. Das chinesische Militär hatte darauf nicht reagiert. Die Regeln der Zone werden von China jetzt anscheinend so ausgelegt, dass die Behörden den Flugverkehr in dem Luftraum beobachten und möglicherweise als „feindlich“ erachtete Flugzeuge nur „begleiten“ werden.

Am Freitagmorgen habe die Luftwaffe in der neuen Zone ein Dutzend amerikanische und japanische Militärflugzeuge identifiziert und begleitet, berichtete die Nachrichtenagentur China News. Darunter seien Kampf- und Aufklärungsflugzeuge gewesen. Zuvor war die chinesische Luftwaffe in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Im Internet kritisierten einige Blogger die Reaktion Pekings als zu zurückhaltend. Die nationalistisch ausgerichtete Zeitung „Global Times“ schrieb, China sei bereit für eine langanhaltende Konfrontation mit Japan.

Japan will standhaft bleiben

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe betonte am Freitag die Entschlossenheit seines Landes, im Konflikt mit China standhaft zu bleiben. Er kündigte an, sich mit benachbarten Ländern um ein abgestimmtes Vorgehen zu bemühen. Die neue Zone überschneidet sich mit der seit 1969 bestehenden japanischen Luftverteidigungszone. Außenminister Fumio Kishida zeigte sich zuversichtlich, dass der amerikanische Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in Tokio am kommenden Montag die Kooperation der Vereinigten Staaten mit Japan im Konflikt mit China bekräftigen werde. Kabinetts-Staatsminister Yoshihide Suga kündigte an, dass Japan seine Überwachungsaktivitäten um die von Tokio verwalteten und von China beanspruchten Senkaku-Diaoyu-Inseln nicht ausweiten werde. Es sei jetzt notwendig, mit Peking zu einem Dialog zu kommen. Auch China habe einen Krisenmechanismus vorgeschlagen, der helfen soll, Zwischenfälle zu vermeiden, hieß es in Tokio.

Infografik / Karte / Ostchinesisches Meer © F.A.Z. Vergrößern Die umstrittene Inselgruppe im Ostchinesischen Meer

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