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Amerikanische Muskelspiele Tarnkappenbomber fliegen Übungsangriffe über Südkorea

Die Vereinigten Staaten haben ihre Abschreckung gegenüber Nordkorea verstärkt. Zwei atomwaffenfähige Tarnkappenbomber flogen Übungsangriffe über der koreanischen Halbinsel. Pjöngjang kündigte an, seine letzten Kommunikationsverbindungen in den Süden zu kappen.

© AFP Ein B-2-Bomber bei der Luftbetankung über Missouri

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen weiter zu. Hatte Nordkoreas junger Machthaber Kim Jong-un in seiner Neujahrsansprache zunächst eine „radikale Kehrtwende“ seines Landes angekündigt, setzt er seit den UN-Sicherheitsratssanktionen im Januar auf bewährte Kriegsrhetorik. Nach mehrfachen Kriegsdrohungen, einem dritten Atomwaffentest, der Aufhebung des Waffenstillstandsabkommens und der Stilllegung des offiziellen „roten Telefons“ mit Südkorea veröffentlichte Kims Propagandaspezialisten vor wenigen Tagen ein dürftig inszeniertes Hurra-Video, das Szenen eines siegreichen Drei-Tage-Blitzkriegs im Süden des Landes zeigt.

Lorenz Hemicker Folgen:

Nun haben die Vereinigten Staaten angesichts der zunehmenden Spannungen mit einer eigenen Machtdemonstration reagiert. Die amerikanische Luftwaffe entsandte am Donnerstag zwei strategische Bomber vom Typ B-2 „Spirit“ zu den laufenden Militärübungen nach Südkorea. Die Tarnkappenflugzeuge hoben von der Basis in Whiteman im amerikanischen Bundesstaat Missouri ab und simulierten nach ihren Langstreckenflügen Bombenangriffe über einem Abwurfplatz, unweit der südkoreanischen Luftwaffenbasis Pyeongtaek.

© reuters, Reuters Nordkoreanischer Militärsprecher: „Ein Krieg ist jederzeit möglich“

Die „Nurflügler“ mit der signifikanten Fledermausform sind das jüngste Versatzstück in der strategischen Bomberflotte Amerikas. Aufgrund ihrer geringen Abstrahlungsintensität sind sie für gegnerische Streitkräfte auf Radarschirmen nur schwer zu orten - für die nordkoreanischen Streitkräfte, die als technisch veraltet gelten, dürfte sie nahezu unsichtbar sein. Ursprünglich für den Kalten Krieg konzipiert, kamen B-2-Bomber erstmals im Kosovokrieg 1999 zum Einsatz sowie danach in Afghanistan, Irak und zuletzt über Libyen. Sie können sowohl konventionelle als auch atomare Bomben mitführen.

„Ein Krieg ist jederzeit möglich“

Nordkorea hatte am Mittwoch seine Drohungen abermals verschärft. Ein Krieg sei jederzeit möglich, sagte ein Militärsprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas KCNA. Darum würden auch die letzten bestehenden Kommunikationsleitungen mit dem Süden gekappt. Laut Angaben der Vereinigten Staaten hatte Nordkorea zuletzt Telefonanrufe amerikanischer Truppen, die zur Überwachung des Waffenstillstandsabkommen im Grenzgebiet stationiert sind, nicht mehr beantwortet. Eine offene Leitung besteht aber offenbar noch zwischen dem nordkoreanischen und südkoreanischen Militär.

B-2 Südlich von Seoul: Eskortiert von einem Jagdflugzeug überquert einer der beiden B-2-Tarnkappenbomber die amerikanische Luftwaffenbasis Pyeongtaek © AFP Bilderstrecke 

Unbeeinflusst von den zunehmenden Spannungen blieb laut Agenturangaben bislang der Zugang zur Sonderwirtschaftszone Kaesong. Die von südkoreanischen Unternehmen betrieben Fabriken auf nordkoreanischem Boden nutzen beiden Seiten; dem Staatsapparat des Nordens als Einnahmequelle, den Unternehmen des Südens als billige Produktionsmöglichkeit.

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Quelle: FAZ.NET

 
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