Home
http://www.faz.net/-gq5-773z7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan Tote bei Gefecht in Kundus - deutscher Soldat verwundet

In Kundus ist ein deutscher Soldat verletzt worden. Die Bundeswehr war offenbar an einem Gefecht zwischen Taliban und afghanischen Polizisten beteiligt, bei dem sechs Menschen getötet wurden.

© dapd Vergrößern Bundeswehrsoldat in Kundus (Archivbild)

Bei einem Gefecht in der nordafghanischen Stadt Kundus ist nach afghanischen Polizeiangaben ein deutscher Soldat verletzt worden. Vier Aufständische und zwei Polizisten seien getötet worden.

Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus sagte, unter den getöteten Taliban sei ein Kommandeur namens Mullah Abdul Wali. Drei Aufständische seien bei der Operation am Donnerstag gefangen genommen worden. Die getöteten Polizisten hätten einer afghanischen Sondereinheit angehört.

„Auch ein deutscher Soldat wurde bei der Operation verwundet“, sagte der Sprecher. Über die Schwere der Verletzung konnte er keine Angaben machen. Afghanische und deutsche Truppen hätten ein Haus in der Provinzhauptstadt gestürmt, das Taliban-Kämpfer als Versteck genutzt hätten. Die Aufständischen hätten Widerstand geleistet. Die Bundeswehr äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Seit Juli 2012 keine Verwundeten mehr

Zuletzt waren am 4. Juli vergangenen Jahres bei einem Angriff auf eine Patrouille südlich von Kundus-Stadt zwei deutsche Soldaten verwundet worden. Deutschland hat seit mehr als 20 Monaten keinen Gefallenen mehr in Afghanistan zu beklagen gehabt. Zuletzt war am 2. Juni 2011 in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Kundus gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Nato-geführten Schutztruppe Isaf mit Sitz in Mazar-i-Sharif. Dort gab am Donnerstag Bundeswehr-General Erich Pfeffer das Regionalkommando an General Jörg Vollmer ab. Vollmer führt auch das deutsche Isaf-Kontingent.

Der scheidende Kommandeur Pfeffer sagte am Donnerstag, die Sicherheitslage in der Region habe sich im vergangenen Jahr insgesamt verbessert. „In sechs von neun Provinzen war die Lage zuletzt ausgesprochen ruhig. Hier hat bereits die afghanische Polizei die Führungsrolle. Die Sicherheitsoperationen unter Führung des afghanischen Militärs konzentrieren sich auf drei Provinzen, und auch hier auf wenige Distrikte.“ Der Isaf-Einsatz läuft Ende 2014 aus.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Militärische Führung Alles hört auf mein Kommando!

Oberstleutnant Christian von Blumröder kommandierte in Afghanistan ein Ausbildungs- und Schutzbataillon im Raum Kundus. Er erinnert eindringlich daran, dass Führung auch nach dem Einsatzende noch keineswegs beendet ist. Mehr Von Reiner Pommerin

26.05.2015, 11:30 Uhr | Politik
Zwei Anschläge in Kabul Deutscher bei Selbstmordattentat getötet

Ein Deutscher ist bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet worden. Bei einer Theateraufführung in einer Schule hatte sich ein Jugendlicher in die Luft gesprengt. Kurz zuvor riss ein zweiter Selbstmordattentäter fünf afghanische Soldaten in den Tod. Mehr

12.12.2014, 14:10 Uhr | Politik
Anschlag in Afghanistan Bewaffnete stürmen Hotel in Kabul

Eine Gruppe Bewaffneter hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Hotel gestürmt, das vor allem von Ausländern frequentiert wird. Die Polizei hat den Bereich großräumig abgesperrt. Angaben über Opfer oder Täter gab es zunächst nicht. Mehr

13.05.2015, 19:52 Uhr | Politik
Afghanistan Mehrere Tote bei Selbstmordattentat in Kabul

Bei einem Anschlag auf ein Fahrzeug der EU-Polizeimission Eupol in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mehr

18.05.2015, 14:23 Uhr | Politik
Geheimdienst-Bündnis Pakistanisch-Afghanische Umarmung

Der afghanische Präsident Ghani will eine Zusammenarbeit des eigenen mit dem pakistanischen Geheimdienst. Für viele Afghanen klingt das unglaublich. Widerstand formiert sich auch in den eigenen Reihen. Mehr Von Friederike Böge

21.05.2015, 13:35 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.02.2013, 13:22 Uhr

Der Strafprozess ist kein Zirkus

Von Reinhard Müller

Auch wenn die Öffentlichkeit an vielen Gerichtsprozessen so wie jetzt am Auschwitz-Prozess in Lüneburg ein reges Interesse hat, darf doch eines nicht vergessen werden: Vor Gericht geht es nicht um mediale Aufbereitung. Mehr 9 16