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Veröffentlicht: 21.12.2015, 11:19 Uhr

Afghanistan Schwerer Anschlag auf amerikanischen Armeestützpunkt

Mehrere Soldaten sind bei einem Anschlag am amerikanischen Armeestützpunkt Bagram getötet worden. Im Süden des Landes tobt der Kampf um die Provinz Helmand weiter. Die Provinzregierung ruft nun um Hilfe.

© AFP Afghanische Soldaten am Montag in der Provinz Helmand.

Im Nordosten Afghanistans sind bei einem Anschlag nahe der amerikanischen Militärbasis Bagram mehrere Soldaten ums Leben gekommen. Die radikalislamischen Taliban teilten in einer Botschaft mit, sie hätten 19 Amerikaner getötet. Afghanische Medien berichteten, der Anschlag sei gegen eine gemeinsame Fußpatrouille afghanischer und amerikanischer Soldaten gerichtet gewesen. Offizielle afghanische Stellen sprechen von fünf amerikanischen Soldaten, die getötet worden seien. Der Attentäter sei mit seinem Motorrad in die Patrouille gefahren und habe einen Sprengsatz gezündet, sagte der Leiter des Bezirks Bagram, Abdul Schakur Kundus, am Montag. Jeweils drei weitere afghanische und amerikanische Soldaten seien verwundet worden.

Taliban-Vormarsch in Südafghanistan

Im Süden des Landes eroberten unterdessen islamistische Taliban-Kämpfer einen weiteren Bezirk der stark umkämpften Provinz Helmand erobert. In der Nacht zum Montag stürmten sie nach heftigen Gefechten mit Sicherheitskräften das Stadtzentrum von Sangin in der gleichnamigen Region, wie ein Mitglied des Provinzrats, Baschir Ahmad Schakir, am Montag berichtete. Die Taliban hätten nun fast alle Regierungsgebäude dort unter Kontrolle. Es seien aber auch noch Kämpfe im Gange. Polizeikreise berichteten, im Hauptquartier der Polizei säßen mehr als 200 Polizisten fest, umzingelt von Taliban-Kämpfern.

Kämpfe toben laut dem Provinzrat auch im weiter südlich gelegenen Bezirk Gereschk. Gereschk ist von strategischer Bedeutung. Es liegt an der zentralen Straßenverbindung, die den Süden Afghanistans mit dem Westen verbindet.

Fünf von fünfzehn Bezirken unter Kontrolle der Taliban

Der stellvertretende Gouverneur der Provinz, Mohammed Jan Rassuljar, hatte am Sonntag in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite um Hilfe für Helmand gerufen. „Während ich dies schreibe, steht Helmand vor dem Kollaps. Herr Präsident Ghani, es ist dringend erforderlich, dass Sie hierherkommen.“ Mehr als 90 Polizisten und Soldaten seien allein in den vergangenen zwei Wochen in Sangin und Gereschk getötet worden.

Mehr zum Thema

Erst in der vergangenen Woche hatten afghanische Sicherheitkräfte nach zehntägigen Gefechten den Bezirk Chanischin von den Taliban zurückerobert. Insgesamt sind mittlerweile fünf der 15 Bezirke Helmands unter der Kontrolle der Islamisten: Sangin, Bagran, Nausad, Waschir und Musa Kala. Im September waren es noch zwei. In zwei weiteren Bezirken – Kadschaki und Mardscha – halten Regierungstruppen nur noch das Zentrum.

Die Stunde der Falken

Von Klaus-Dieter Frankenberger

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