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Afghanistan : Karzai ersucht Pakistan um Hilfe

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Vorsichtige Annäherung: Präsident Karzai und Ministerpräsident Sharif Bild: AFP

Der afghanische Präsident Karzai bittet Pakistan um Hilfe bei den geplanten Gesprächen mit den Taliban. Islamabad könne Kontakte ermöglichen, sagte Karzai nach einem Treffen mit Pakistans neuem Präsidenten Sharif.

          Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat Pakistan aufgefordert, ein Zustandekommen von Friedensverhandlungen zwischen Kabul und den radikalislamischen Taliban aktiv zu unterstützen. Islamabad könne Kontakte zwischen dem afghanischen Hohen Friedensrat und den Taliban ermöglichen, sagte Karzai am Montag nach seinem ersten Treffen mit dem neuen pakistanischen Regierungschef Nawaz Sharif. Dieser sagte „ernsthafte“ Unterstützung im Kampf gegen den militanten Extremismus zu, machte jedoch keine konkreten Zugeständnisse.

          Die Erwartungen an Karzais erste Reise ins Nachbarland seit 18 Monaten waren auf beiden Seiten gering. Die Beziehungen beider Länder sind von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Die afghanische Regierung hat Pakistan zuletzt wiederholt vorgeworfen, auf eine Spaltung des Landes hinzuarbeiten. Armeechef Sher Mohammad Karimi hatte im Juli erklärt, Pakistan könne den Krieg in Afghanistan „innerhalb von Wochen“ beenden, wenn es ernsthaft an Frieden interessiert sei. Zugleich gelten Verhandlungen mit den Taliban ohne Unterstützung Islamabads als wenig aussichtsreich.

          Kabul will Freilassung pakistanischer Taliban

          Ganz oben auf Karzais Agenda in Islamabad stand offenbar die Forderung, Talibanführer aus pakistanischen Gefängnissen freizulassen. Vor allem von dem inhaftierten ehemaligen Talibankommandeur Mullah Abdul Ghani, Kampfname „Mullah Baradar“, erhofft sich Kabul einen eigenen Zugang zu den radikalen Islamisten, die bislang direkte Gespräche mit Kabul ablehnen. Baradar gehört wie Karzai zum Stamm der Popolzai. Er wurde 2010 in Pakistan festgenommen, nachdem er - nach afghanischen Angaben - Kontakte zu Kabul aufgenommen hatte. Die Regierung Karzai unterstellte Islamabad damals, jegliche Verhandlungsbemühungen zu hintertreiben, die nicht unter pakistanischer Kontrolle stattfinden. Die Regierung Sharif hat zwar eine Freilassung von Gefangenen in Aussicht gestellt, jedoch bislang keine konkreten Schritte in diese Richtung unternommen.

          Karzai und Sharif dürften auch über die mögliche Eröffnung eines neuen Talibanbüros gesprochen haben, nachdem deren Vertretung in Qatar auf afghanischen Druck hin im Juli geschlossen worden war. Sharifs Sicherheitsberater Sartaj Aziz hatte anschließend eine Wiedereröffnung an anderer Stelle vorgeschlagen. Seither hat das Außenministerium in Kabul die Türkei und Saudi-Arabien als mögliche Standorte ins Spiel gebracht. Die Taliban selbst haben sich dazu aber bislang nicht geäußert. Nach Einschätzung von Borhan Osman vom „Afghanistan Analysts Network“ in Kabul gilt ihre Zustimmung als unwahrscheinlich. Die Türkei gelte als Verbündeter des Usbekenführers Abdul Rashid Dostum, Saudi-Arabien als Unterstützer des ehemaligen Mujahedinführers Abdul Rab Rasul Sayyaf, schreibt Osman auf der Internetseite des Thinktanks. Beide Politiker sind erklärte Gegner der Taliban. Sayyaf wird zudem als Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2014 gehandelt.

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