23.05.2005 · Die stellvertretende chinesische Ministerpräsidentin Wu Yi hat überraschend ein Treffen mit Japans Regierungschef Koizumi abgesagt. Tokio bestreitet, daß dies etwas mit Koizumis umstrittenen Besuchen im Yasukuni-Schrein zu tun hat.
Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen China und Japan hat die stellvertretende chinesische Ministerpräsidentin Wu Yi am Montag überraschend ein Treffen mit Japans Regierungschef Junichiro Koizumi abgesagt.
Die chinesische Spitzenpolitikerin wird noch am Montag ihren Japan-Besuch beenden und einen Tag früher als geplant nach China zurückfliegen. Der japanische Kabinettschef Hiroyuki Hosoda sprach von „plötzlichen Pflichten in China“.
Kritik von Chinas Staats- und Parteichef
Von japanischer Seite wurde bestritten, daß die Absage etwas mit den umstrittenen Besuchen des Regierungschefs im Yasukuni-Schrein zu tun habe. Im Vorfeld des Treffens mit Wu Yi hatte Koizumi allerdings noch am Freitag seine Pilgergänge zu dem Shinto-Heiligtum verteidigt, wo auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden.
Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte am Sonntag in Peking im Gespräch mit Parteiführern der beiden Regierungsparteien Japans die Schrein-Besuche scharf kritisiert und gewarnt, die Beziehungen könnten „in einem Augenblick zerstört“ werden. Wie japanische Zeitungen berichteten, kritisierte der Präsident auch Schulbücher, die Japans Kriegsvergangenheit beschönigten, sowie die Sicherheitskooperation Japans mit den Vereinigten Staaten in der Taiwanfrage.