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Freitag, 17. Februar 2012
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Asien Chinas Präsident will nach Entschuldigung Japans Taten sehen

23.04.2005 ·  Nach einem Krisengespräch mit Japans Ministerpräsidenten Koizumi hat sich Chinas Präsident Hu Jintao für eine Konfliktlösung im Dialog ausgesprochen. Japan müsse aber kritischer mit seiner Kriegsvergangenheit umgehen.

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Nach der Entschuldigung für seine Kriegsvergangenheit sollte Japan nach Meinung von Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao den Worten auch Taten folgen lassen. Angesichts der schwersten diplomatischen Krise beider Länder seit drei Jahrzehnten bekräftigte der chinesische Präsident nach einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Junichiro Koizumi am Samstag in Jakarta, er wolle die Probleme durch Dialog lösen. Für eine Verbesserung der Beziehungen forderte Hu allerdings, Japan solle die Gefühle der Chinesen nicht mehr verletzen: „Reue für den Aggressionskrieg sollte in Handeln umgesetzt werden.“ Auch dürfe Japan nicht die Unabhängigkeitsbewegung in Taiwan unterstützen.

Koizumi sprach von einem „offenen“ Meinungsaustausch. Seine Besuche in dem umstrittenen Yasukuni-Schrein, in dem neben den Kriegstoten auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden, habe er selbst angesprochen. Doch habe Chinas Präsident die Vorwürfe „nicht in jedem Punkt“ diskutieren wollen. „Ich stimmte zu und sagte, daß der Gipfel die Bedeutung der Beziehungen bekräftigen sollte“, sagte Koizumi. Auf Fragen, ob er der chinesischen Forderung nach einem Ende seiner Besuche in dem Tokioter Shinto-Heiligtum nachkommen werde, wiederholte Koizumi nur, er werde eine „angemessene Entscheidung“ treffen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Förderung freundschaftlicher Beziehungen von Vorteil

Japans Regierungschef forderte Präsident Hu auf, „angemessene Schritte“ gegenüber jüngsten antijapanischen Demonstrationen in China zu unternehmen. Beide Seiten sollten sich „nicht von den Ereignissen beeinflussen lassen“, sagte Koizumi. „Angemessene Maßnahmen“ sollten auch zugunsten japanischer Interessen und Unternehmen in China ergriffen werden, die bei den Protesten beschädigt worden seien, sagte Koizumi. Ungeachtet der antijapanischen Stimmung in China und antichinesischer Empfindungen in Japan gebe es ein „allgemeines Verständnis, daß die Förderung freundschaftlicher Beziehungen von Vorteil sei“.

Das Krisentreffen erfolgte nach langem Zögern Chinas im Anschluß an den Asien-Afrika-Gipfel in der indonesischen Hauptstadt. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan in Jakarta bereits mit Koizumi gesprochen. Anschließend äußerte Annan die Hoffnung, daß das Treffen „die Temperatur ein bißchen absenkt und die Beziehungen wieder auf den rechten Weg bringt“. Dem Treffen war am Vortag eine erneute Entschuldigung Koizumis für die Kriegsvergangenheit vorausgegangen. Die Führung in Peking hatte seinerseits den Willen zur Annäherung signalisiert, in dem es die Chinesen vor neuen Protesten warnte.

Kritik entzündete sich an Schulbüchern zu Japans Kriegsvergangenheit

Indirekt räumte Peking ein, daß die Demonstrationen außer Kontrolle geraten und von „Randalierern“ ausgenutzt wurden. Zuvor hatte Peking Japans Forderung nach Entschuldigung und Entschädigung abgelehnt. Doch hatte das staatliche Wohnungsunternehmen, das ausländische Missionen betreut, eine Reparatur der Schäden angeboten.

Die Proteste in China, die anders als sonst geduldet worden waren, hatten sich an Schulbüchern entzündet, die Japans Kriegsverbrechen in China verharmlosen. Ohnehin läuft eine Kampagne gegen Tokios Bestrebungen um einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat. Die Spannungen eskalierten, als Tokio noch Bohrungen nach Öl und Gas in einem mit China umstrittenen Seegebiet im Ostchinesischen Meer einleitete.

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