Die sechs in Tschad verurteilten Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé sind nach Frankreich zurückgekehrt. Die Regierung in N'Djamena überstellte die Gruppe zwei Tage nach ihrer Verurteilung wegen Kindesentführung an Frankreich.
Die Verurteilten sollen nun ihre Strafe in ihrem Heimatland verbüßen. Die Sondermaschine mit den Heimkehrern landete am Freitagabend auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris, wie ein Justizsprecher mitteilte.
Strafe wird wohl vermindert
Die Helfer waren am Mittwoch für schuldig befunden worden, die Entführung von 103 Kindern nach Frankreich geplant zu haben. Ein Gericht in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena hatte sie zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Frankreich hatte am Donnerstag ihre Überstellung beantragt. Grundlage ist ein Justizabkommen zwischen Tschad und der ehemaligen Kolonialmacht aus dem Jahr 1976. Das Büro von Staatspräsident Nicolas Sarkozy teilte mit, dieser habe noch am Donnerstag mit dem tschadischen Staatschef Idriss Deby über die Vorbereitungen zur Überstellung gesprochen.
Die französische Justiz dürfte die Urteile in eine Haftstrafe umwandeln und die Haftdauer eventuell verringern. Die Behörden Tschads müssen laut dem Justizabkommen aber jeder Veränderung der Strafe zustimmen. Bei der Ankunft der Verurteilten in Frankreich war ein Staatsanwalt anwesend. Die sechs dürften bis zur weiteren Entscheidung über die Strafe in Frankreich in Haft genommen werden.
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