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„Arche de Zoé“ Gericht passt Strafmaß an

 ·  Gut zwei Wochen nach ihrer Überstellung aus Tschad hat ein französisches Gericht über die Strafen für die Mitarbeiter von „Arche de Zoé“ beraten. Die Organisation hatte versucht, 103 vorgebliche Waisenkinder nach Frankreich auszufliegen.

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Eine Haftstrafe von acht Jahren für die sechs Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation „Arche de Zoé“ hat der Staatsanwalt am Montag vor dem Strafgericht in Créteil gefordert. Die sechs Franzosen waren Ende Dezember von einem Tribunal in N’Djamena wegen versuchter Entführung von 103 Kindern zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden.

Die Justiz von Tschad hatte danach eingewilligt, die Verurteilten der französischen Justiz zu überstellen. Diese ist nun verpflichtet, das Strafmaß in französisches Recht zu übertragen. Geregelt wird der Fall durch eine Justizvereinbarung zwischen der früheren Kolonialmacht und Tschad.

Staatsanwalt Jean-Jacques Bosc argumentierte am Montag, dass die französische Justiz nicht befugt sei, einen neuen Prozess abzuhalten und die Anklagepunkte zu überprüfen. Vielmehr sei sie dazu verpflichtet, lediglich das Strafmaß angemessen zu übertragen. Frankreich würde einen Präzedenzfall schaffen, sollte es das Gerichtsurteil eines Staates anzweifeln, an den es durch eine Justizabkommen gebunden ist.

„Beihilfe zum illegalen Aufenthalt Minderjähriger“

Fünf der sechs Mitarbeiter der Hilfsorganisation waren zu der gerichtlichen Anhörung in Créteil erschienen. Der „Arche de Zoé“-Vorsitzende Eric Breteau, der durch einen Hungerstreik geschwächt ist, humpelte gestützt auf Krankenpfleger in den Gerichtssaal. Die Krankenschwester Nadia Merimi konnte das Gefängniskrankenhaus nicht verlassen.

Gegen drei der Arche-Mitarbeiter hat die französische Justiz unabhängig vom Urteil von N’Djamena ein Strafverfahren wegen „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt Minderjähriger“ und des „Betrugs“ eröffnet. Die Hilfsorganisation, die sich seit Monaten in der Darfur-Krise engagierte, hatte versucht, 103 vorgebliche Waisenkinder aus der Krisenregion nach Frankreich auszufliegen und zur Adoption freizugeben.

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Kindern größtenteils um tschadische Staatsbürger, deren Eltern sich in dem Glauben wähnten, ihre Kinder einer Hospizstation im Lande anvertraut zu haben. Die Anhörung in Créteil wurde von Protesten der Familienangehörigen und Sympathisanten der Arche-Mitarbeiter begleitet. Der französische Staat buckele vor dem Diktator Idriss Déby, der die Menschenrechte missachte und die tschadische Bevölkerung verarmen lasse, sagte Agnès Breteau, die ehemalige Ehefrau von Eric Breteau.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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