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Anschlag vor Olympia Zwei Uiguren wegen Bluttat in China hingerichtet

09.04.2009 ·  Einen Zwischenfall mit 17 Toten Anfang August in Nordchina haben chinesische Gerichte als „Terrorakt“ bezeichnet, mit dem die wenige Tage darauf eröffneten Olympischen Spiele „sabotiert“ werden sollten. Die zwei Täter, Angehörige der Minderheit der Uiguren, wurden jetzt hingerichtet.

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Acht Monate nach einem blutigen Zwischenfall in Nordwestchina mit 17 Toten sind zwei Uiguren hingerichtet worden. Ein Volksgericht hatte die beiden Angeklagten für schuldig befunden, mit dem „Terroranschlag“ am 4. August die vier Tage später beginnenden Olympischen Spiele in Peking „sabotieren“ zu wollen, was das Oberste Gericht in Chinas Hauptstadt bestätigte. Nach der Urteilsverlesung am Donnerstag vor 4000 Menschen in einem Stadion in Kaschgar wurden die beiden Uiguren anschließend an einem anderen Ort exekutiert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Den 29 und 34 Jahre alten Männern sei vorgeworfen worden, mit Sprengstoff, Pistolen und Messern bewaffnet einen gestohlenen Lastwagen in eine Gruppe von mehr als 70 Grenzpolizisten beim morgendlichen Lauftraining gefahren zu haben. Dabei hätten sie Sprengsätze gezündet und Soldaten mit Messern attackiert, berichtete Xinhua. Doch wurden auch nach dem Prozess wenig Details über die genauen Vorgänge bekannt. So hatten ausländische Augenzeugen in einem nahe gelegenen Hotel keine Explosionen gehört und einen eher rätselhaften Zwischenfall beschrieben.

Unruheregion Xinjiang

Der Laster sei gegen einen Strommasten geprallt, hatte ein Augenzeuge berichtet. Kurz darauf seien viele Uniformierte auf der Straße gesehen worden, die auf andere Uniformierte geschossen hätten. Tote und Verletzte hätten zum Teil mit Bauchschüssen auf der Straße gelegen, hatte der Tourist berichtet, der die Opfer nach eigenen Angaben aus nächster Nähe gesehen hatte. Es gab Spekulationen, ob mobilisierte Sicherheitskräfte vielleicht Opfer und vermutete Angreifer nicht auseinanderhalten konnten, doch hatten chinesische Behörden immer von einem Anschlag gesprochen.

Den beiden am Tatort festgenommenen Uiguren wurde im Dezember der Prozess gemacht, ohne dass eine Verbindung zu separatistischen Kräften gezogen wurde. Die nordwestchinesische Region Xinjiang, wo die Mehrheit der muslimischen Minderheit der Uiguren lebt, gilt als Unruheregion. Das Turkvolk unterscheidet sich ethnisch von Chinesen. Viele Uiguren wehren sich gegen die chinesische Fremdherrschaft und beklagen kulturelle und politische Unterdrückung. Einige suchen auch die Wiederherstellung der früheren ostturkestanischen Republik, da die chinesischen Kommunistischen sich die Region nach der Gründung der Volksrepublik 1949 einverleibt hatten.

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