http://www.faz.net/-gpf-91ufh

Anschlag in London : Terrorwarnung in London abgestuft

  • Aktualisiert am

Polizisten riegeln die Umgebung des Hauses in Sunbury ab, in dem der Hauptverdächtige zuletzt gelebt hat Bild: AP

Nach einer weiteren Festnahme in London stufen die britischen Behörden die Terrorwarnung zurück. Derweil werden über den 18 Jahre alten Verdächtigen immer mehr Details bekannt.

          Zwei Tage nach dem Anschlag auf eine U-Bahn in London mit 30 Verletzten haben die britischen Behörden die höchste Terrorwarnstufe zurückgenommen. Ein Anschlag gilt demnach nicht mehr als möglicherweise „unmittelbar bevorstehend“, sondern nur noch als „hoch wahrscheinlich“. Das teilte die britische Innenministerin Amber Rudd am Sonntag mit. Die Entscheidung fiel, nachdem die Festnahme eines zweiten Verdächtigen bekannt wurde. Scotland Yard geht davon aus, dass die Polizei den Hauptverdächtigen bereits gefasst hat.

          Ein 21-Jähriger war am späten Samstagabend im westlichen Londoner Stadtteil Hounslow in Gewahrsam genommen worden. Bereits am Samstagmorgen hatten Sicherheitskräfte einen 18-jährigen Mann im Abreisebereich des Hafens von Dover festgenommen, als er offenbar das Land mit der Fähre verlassen wollte. Der junge Mann werde verdächtigt, am Freitagmorgen eine selbstgebaute Bombe in einem Pendlerzug in London abgestellt zu haben. Sie explodierte zwar nicht wie geplant, dennoch wurden rund 30 Menschen verletzt. Die Folgen hätten aber weitaus dramatischer ausfallen können.

          Durchsuchung in Sunbury

          Am Samstag durchsuchte die Polizei ein Wohnhaus in Sunbury, südwestlich von London. Dort soll der festgenommene 18-Jährige bei einer Pflegefamilie gelegt haben. Mehrere Nachbarhäuser wurden dabei aus Sicherheitsgründen ebenfalls geräumt, weil die Polizei nach Sprengstoff in dem Wohnhaus suchte.

          In zahlreichen britischen Medien wurde die Identität der schon älteren Pflegeeltern bekannt gemacht. Sie hatten seit 40 Jahren Erfahrung mit Pflegekindern und sollen über diesen Zeitraum mehr als 200 Kinder betreut haben. Zuletzt hatten sie auch Flüchtlingskinder bei sich aufgenommen. Für ihr außerordentliches Engagement waren sie im Jahr 2009 von der britischen Königin ausgezeichnet worden.

          In einem Interview im Jahr 2010 mit dem britischen Sender BBC sagte die damals 70-jährige Pflegemutter: „Wir tun es, weil wir es lohnend finden. Es lohnt, anderen zu helfen und ich behandle sie, wie ich in dieser Situation behandelt werden würde“. Nachbarn in der Reihenhaussiedlung in der Grafschaft Surrey waren voll des Lobes über das Ehepaar und ihren liebevollen Umgang mit den Kindern. Jedoch beschrieben sie den nun festgenommenen 18-Jährigen als auffällig. Über ihn hätten sich mehrfach Anwohner beschwert, berichtet die britische Zeitung Mirror.

          Anschlag auf Londoner U-Bahn : Zweiter Verdächtiger festgenommen

          Bei dem Anschlag am Freitag in London war eine selbstgebaute Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Durch den Feuerball und anschließendes Gedränge wurden 30 Menschen verletzt, drei von ihnen waren am Samstag noch im Krankenhaus. Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Der BBC zufolge soll es sich bei der Bombe um eine ähnliche Konstruktion gehandelt haben wie beim Attentat in Manchester. Bei dem Anschlag im Mai waren 22 Menschen getötet worden. Großbritannien wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal zum Ziel eines Terroranschlags.

          Quelle: mg / dpa

          Weitere Themen

          Polizei nimmt Verdächtigen fest Video-Seite öffnen

          Messerattacke in München : Polizei nimmt Verdächtigen fest

          Am Samstagvormittag hatte ein Unbekannter im Stadtteil Haidhausen mehrere Personen mit einem Messer angegriffen und ihnen oberflächliche Stich- und in einem Fall Schlagverletzungen zugefügt. Die Bevölkerung ist weiter zur Vorsicht aufgerufen.

          Motiv von Messerangreifer bleibt unklar Video-Seite öffnen

          München : Motiv von Messerangreifer bleibt unklar

          Was den 33-jährigen Messerangreifer dazu bewogen hat, in München wahllos Passanten zu attackieren, ist derzeit nicht bekannt. Der mutmaßliche Einzeltäter sei bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten. Die Polizei teilte mit, es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung.

          Topmeldungen

          Telekom-Aktien verkaufen, um den Breitbandausbau zu finanzieren? Das fordern zumindest FDP und Grüne.

          Jamaika sucht Geldquellen : Verkauft der Bund die Telekom-Aktien?

          Um neue Ausgaben und Steuersenkungen zu finanzieren, suchen Politiker einer künftigen Jamaika-Koalition nach Geldquellen. Alleine mit Telekom- und Post-Anteilen ließen sich Milliarden generieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.