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Anschlag in London : Terrorwarnung in London abgestuft

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Polizisten riegeln die Umgebung des Hauses in Sunbury ab, in dem der Hauptverdächtige zuletzt gelebt hat Bild: AP

Nach einer weiteren Festnahme in London stufen die britischen Behörden die Terrorwarnung zurück. Derweil werden über den 18 Jahre alten Verdächtigen immer mehr Details bekannt.

          Zwei Tage nach dem Anschlag auf eine U-Bahn in London mit 30 Verletzten haben die britischen Behörden die höchste Terrorwarnstufe zurückgenommen. Ein Anschlag gilt demnach nicht mehr als möglicherweise „unmittelbar bevorstehend“, sondern nur noch als „hoch wahrscheinlich“. Das teilte die britische Innenministerin Amber Rudd am Sonntag mit. Die Entscheidung fiel, nachdem die Festnahme eines zweiten Verdächtigen bekannt wurde. Scotland Yard geht davon aus, dass die Polizei den Hauptverdächtigen bereits gefasst hat.

          Ein 21-Jähriger war am späten Samstagabend im westlichen Londoner Stadtteil Hounslow in Gewahrsam genommen worden. Bereits am Samstagmorgen hatten Sicherheitskräfte einen 18-jährigen Mann im Abreisebereich des Hafens von Dover festgenommen, als er offenbar das Land mit der Fähre verlassen wollte. Der junge Mann werde verdächtigt, am Freitagmorgen eine selbstgebaute Bombe in einem Pendlerzug in London abgestellt zu haben. Sie explodierte zwar nicht wie geplant, dennoch wurden rund 30 Menschen verletzt. Die Folgen hätten aber weitaus dramatischer ausfallen können.

          Durchsuchung in Sunbury

          Am Samstag durchsuchte die Polizei ein Wohnhaus in Sunbury, südwestlich von London. Dort soll der festgenommene 18-Jährige bei einer Pflegefamilie gelegt haben. Mehrere Nachbarhäuser wurden dabei aus Sicherheitsgründen ebenfalls geräumt, weil die Polizei nach Sprengstoff in dem Wohnhaus suchte.

          In zahlreichen britischen Medien wurde die Identität der schon älteren Pflegeeltern bekannt gemacht. Sie hatten seit 40 Jahren Erfahrung mit Pflegekindern und sollen über diesen Zeitraum mehr als 200 Kinder betreut haben. Zuletzt hatten sie auch Flüchtlingskinder bei sich aufgenommen. Für ihr außerordentliches Engagement waren sie im Jahr 2009 von der britischen Königin ausgezeichnet worden.

          In einem Interview im Jahr 2010 mit dem britischen Sender BBC sagte die damals 70-jährige Pflegemutter: „Wir tun es, weil wir es lohnend finden. Es lohnt, anderen zu helfen und ich behandle sie, wie ich in dieser Situation behandelt werden würde“. Nachbarn in der Reihenhaussiedlung in der Grafschaft Surrey waren voll des Lobes über das Ehepaar und ihren liebevollen Umgang mit den Kindern. Jedoch beschrieben sie den nun festgenommenen 18-Jährigen als auffällig. Über ihn hätten sich mehrfach Anwohner beschwert, berichtet die britische Zeitung Mirror.

          Bei dem Anschlag am Freitag in London war eine selbstgebaute Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Durch den Feuerball und anschließendes Gedränge wurden 30 Menschen verletzt, drei von ihnen waren am Samstag noch im Krankenhaus. Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Der BBC zufolge soll es sich bei der Bombe um eine ähnliche Konstruktion gehandelt haben wie beim Attentat in Manchester. Bei dem Anschlag im Mai waren 22 Menschen getötet worden. Großbritannien wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal zum Ziel eines Terroranschlags.

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