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Anschlag in Afghanistan : Zwei Bundeswehrsoldaten getötet - de Maizière verteidigt Einsatz

  • Aktualisiert am

Ziel des Anschlags? General Markus Kneip mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Donnerstag in Mazar-i-Scharif Bild: REUTERS

Zwei Bundeswehrsoldaten sind bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der afghanischen Provinz Tachar getötet worden, auch der mächtige Polizeikommandeur für Nordafghanistan, Daud Daud, überlebte nicht. Verteidigungsminister de Maizière bat die deutsche Öffentlichkeit um Unterstützung für den Afghanistan-Einsatz.

          Bei einem Selbstmordanschlag in einem Regierungsgebäude im nordafghanischen Talokan sind am Samstag zwei Bundeswehrsoldaten getötet worden. Drei weitere deutsche Soldaten wurden verletzt. Unter ihnen befindet sich auch der Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, General Markus Kneip. Dies sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Samstagabend in Berlin.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich „bestürzt“. De Maiziere trat noch am Abend vor die Presse und bat die deutsche Öffentlichkeit um Unterstützung für den Einsatz in Afghanistan. Zugleich sagte er, Deutschland halte an dem Einsatz fest. Erst am Mittwoch starb ein deutscher Soldat in Afghanistan bei einem Anschlag.

          Der Anschlag, bei dem nach afghanischen Angaben sieben Menschen starben, war am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar östlich von Kundus verübt worden. Dort hatte ein Treffen zur Sicherheitslage in der Region stattgefunden. Ersten Berichten zufolge soll der Attentäter eine Polizeiuniform getragen haben. Als die Teilnehmer des Treffens das Büro des Gouverneurs im zweiten Stock des Gebäudes verlassen hätten und auf dem Weg nach draußen gewesen seien, sei der Attentäter auf die Gruppe zugegangen und habe seinen Sprengstoff gezündet. Der Leiter des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, sagte unterdessen in Berlin, man ginge von mehreren Selbstmordattentätern aus.

          Getötet: Daud Daud in Kabul im November 2008

          Des Anschlags bezichtigten sich die radikalislamischen Taliban. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, der Anschlag sei Teil einer Kampagne zur Ermordung ranghoher Beamter. Außerdem habe das Attentat die Pläne der afghanischen Streitkräfte für eine Offensive im Norden des Landes untergraben sollen.

          Der deutsche General Kneip ist Glatz zufolge leicht verletzt und in stabilem Zustand. Er müsse „nach jetzigem Stand nicht nach Deutschland ausgeflogen werden“. Über den Zustand der beiden weiteren verletzten Bundeswehrsoldaten konnte Glatz keine Angaben machen. Afghanischen Behördenberichten zufolge befinden sich unter den Toten auch der Polizeikommandeur für Nordafghanistan, Daud Daud, und der Polizeichef von Tachar, Schah Dschahan Nuri. Unter den neun Verletzten sei Gouverneur Abdul Jabar Taqwa.

          De Maizière sprach den Angehörigen der Toten sein Mitgefühl aus. Er bat die deutsche Öffentlichkeit „gerade jetzt“ um Unterstützung für den Einsatz in Afghanistan. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie sei über die Nachricht „schockiert und traurig“. Sie forderte eine gründliche Untersuchung des Attentats durch die afghanischen Behörden. Außenminister Guido Westerwelle sagte während eines Besuchs des Golfstaats Oman, er sei bestürzt über den „barbarischen Terrorakt“.

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