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Veröffentlicht: 15.06.2017, 21:24 Uhr

Anschlag auf Schiiten Mindestens sechs Tote nach Explosion in Moschee in Kabul

Kabul erlebt einmal mehr einen blutigen Ramadan. Bei einem Anschlag auf eine schiitische Moschee sterben in der afghanischen Hauptstadt mindestens sechs Menschen. Der Tathergang ist noch unklar.

Bei einem Anschlag von zwei Selbstmordattentätern auf eine Schiitenmoschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sechs Menschen getötet und acht verletzt worden. Das sagte Kabuls Polizeisprecher Basir Mudschahid am späten Donnerstagabend (Ortszeit). Unter den Toten seien drei Zivilisten und ein Polizist. Auch die beiden Angreifer seien ums Leben gekommen.

Wer hinter dem Anschlag steckt, blieb zunächst unklar. Die radikalislamischen Taliban erklärten auf Twitter, sie seien es nicht gewesen. Zu einem ähnlichen Angriff auf eine schiitische Moschee in Kabul hatte sich im November die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Damals waren um die 30 Menschen getötet und rund 80 verletzt worden. Der IS hat in diesem Jahr einige der blutigsten Angriffe in Kabul für sich reklamiert, unter anderem eine siebenstündige Schießerei in einem Militärkrankenhaus mit mindestens 49 Toten und ein Selbstmordattentat vor einem Gericht mit mindestens 22 Toten.

Hergang des Anschlags unklar

Der Angriff begann um kurz nach 21 Uhr (Ortszeit). Schilderungen des Hergangs blieben zunächst widersprüchlich. Polizeisprecher Mudschahid sagte, die beiden Attentäter hätten versucht, in die Moschee einzudringen, seien aber der Polizei aufgefallen. Es habe eine Schießerei gegeben und die Angreifer seien in die Küche der Moschee geflohen. Dort hätten sie sich in die Luft gesprengt.

Nach einer anderen Schilderung von Sicherheitskräften sprengte sich einer der Täter am Tor der Moschee in die Luft, der andere wurde in der Küche erschossen. Der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, beide Attentäter seien von der Polizei erschossen worden. Das erklärt aber nicht die laute Explosion.

Es wird vermutet, dass die Moschee im Schiiten-Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt an diesem Abend besonders voll war, weil der 21. Tag des heiligen Fastenmonats Ramadan für Schiiten ein hoher Feiertag ist. Bilder auf sozialen Medien zeigten das raucherfüllte Innere einer mit roten Teppich ausgelegten Moschee. Abgesprengte Wand- oder Deckenfliesen lagen zwischen Scherben und Putzbrocken.

Es war der neunte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Jahresbeginn. Hunderte Zivilisten wurden getötet und verletzt. Erst Anfang Juni waren bei zwei schweren Anschlägen und blutigen Demonstrationen für mehr Sicherheit im Land innerhalb von vier Tagen rund 180 Menschen getötet und mehr als 600 verletzt worden.

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Von Friederike Böge

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