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Anschlag auf Mallorca Polizei sucht nach zwei Basken

31.07.2009 ·  Nach dem Anschlag auf Mallorca hat die Polizei zwei Verdächtige identifiziert. Die Ermittler gehen davon aus, dass die baskischen Täter die Insel noch nicht verlassen haben, sondern in einer Wohnung abwarten wollten, bis sich die Situation beruhigt. In Palma nahmen Kollegen und Familienangehörige derweil Abschied von den getöteten Polizisten.

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Nach dem Terroranschlag auf der spanischen Ferieninsel Mallorca haben die Ermittler nach Medienberichten zwei Verdächtige identifiziert. Wie die Zeitungen „El País“ und „El Mundo“ am Freitag in ihren Internetausgaben berichteten, veröffentlichten die Ermittler Fahndungsfotos von sechs mutmaßlichen Mitgliedern der baskischen Separatistenorganisation Eta.

Das Innenministerium teilte allerdings nicht mit, ob sie verdächtigt werden, an dem tödlichen Sprengstoffanschlag auf zwei Beamte der Guardia Civil am Donnerstag beteiligt gewesen zu sein.

Attentäter noch auf Mallorca versteckt?

Die Namen wurden zunächst nicht genannt. Bei den Verdächtigen könnte es sich möglicherweise um ein Paar handeln, das sich vor mehreren Tagen in der Inselhauptstadt Palma in einem Hotel eingemietet hatte, meldete der staatliche Rundfunk RNE. Die jungen Leute hätten Baskisch gesprochen und seien seit Donnerstag spurlos verschwunden.

Nach dem tödlichen Bombenanschlag auf der Ferieninsel Mallorca läuft die Such nach den mutmaßlichen Attentätern auf Hochtouren. Die Sicherheitskräfte im ganzen Land wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Diese Anordnung galt umso mehr, als der Freitag mit dem 50. Jahrestag der Eta-Gründung zusammenfiel. Die baskische Separatistenorganisation wurde am 31. Juli 1959 ins Leben gerufen und hat seit 1968 mit einer Serie von Bluttaten mehr als 800 Menschen in den Tod gerissen. Es wird vermutet, dass Eta auch für den Anschlag vom Donnerstag auf der Baleareninsel verantwortlich ist.

An diesem Tag hatten mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation Eta auf Mallorca zwei Polizeibeamte bei einem Bombenanschlag getötet. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Attentäter sich am Freitag noch auf der Insel versteckt hielten.

Die Polizei errichtete Kontrollen auf dem Flughafen von Mallorca und in den Seehäfen der Insel. „Wir wollen den Attentätern das Entkommen so schwer wie möglich machen“, sagte der Präfekt der Balearen, Ramón Socías.

Schweigeminuten und Glockengeläut für die Opfer

In der Kathedrale von Palma de Mallorca fand am Freitag eine Trauerfeier für die getöteten Polizeibeamten statt. An dem Gottesdienst nahmen der spanische Kronprinz Felipe, Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy teil.

In ganz Spanien läuteten um 12.00 Uhr mittags die Glocken. Viele Menschen versammelten sich vor den Rathäusern und gedachten in fünfminütigem Schweigen der Toten.

Der Anschlag ereignete sich nur etwa zehn Kilometer von der Sommerresidenz von König Juan Carlos entfernt. Das Staatsoberhaupt wollte in den nächsten Tagen dort eintreffen.
Zu den beiden jüngsten Anschlägen bekannte sich die Eta bislang nicht. Dennoch wurde sie sowohl für die Bombenexplosion vor einer Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos am Mittwoch als auch für den Anschlag auf eine Polizeiwache in Palmanova auf Mallorca am Donnerstag verantwortlich gemacht.
Merkel verurteilt Anschlag auf Mallorca

In Burgos wurden rund 60 Personen leicht verletzt. Auf der Balearen-Insel wurden zwei Beamte der Guardia Civil getötet. Wegen der anschließenden Abriegelung der Flug- und Seehäfen saßen zahllose Touristen vorübergehend fest.

Sollte sich die Urheberschaft der Eta bestätigen, stünde dies im Gegensatz zu Regierungserklärungen, dass die Untergrundorganisation nach mehreren Razzien in Spanien und Frankreich in den vergangenen Monaten erheblich geschwächt worden sei.
Zapatero sagte am Donnerstagabend, die Anschläge fielen in eine Zeit, in der die spanische Polizei gemeinsam mit ihren Kollegen in Frankreich die Eta hart getroffen habe. Man sei dabei, die Organisation zu zerschlagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Terroranschlag auf Mallorca scharf. Sie bat Ministerpräsident Zapatero, den Angehörigen der Opfer ihr tief empfundenes Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, wie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung am Freitag mitteilte. Merkel nannte den Anschlag eine feige Tat und versicherte Zapatero, dass Deutschland im Kampf gegen den Terrorismus Seite an Seite mit den spanischen Freunden stehe.

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