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Anschlag auf Flughafen : Attentäter von Istanbul planten Geiselnahme

Am Istanbuler Flughafen Atatürk haben sich die Arbeitsabläufe nach dem Anschlag wieder normalisiert. Bild: AFP

Drei Tage ist der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk Flughafen her. Die drei Selbstmordattentäter sind inzwischen identifiziert. Nun werden weitere Details zu ihnen und ihrer Tat bekannt – und eine Spur nach Österreich.

          Laut Medienberichten hatten die Attentäter vom Istanbuler Flughafen ursprünglich auch eine Geiselnahme geplant. Die drei Täter hätten im Flughafengebäude Dutzende Geiseln nehmen wollen, berichtete die türkische Zeitung „Sabah“ am Freitag. Allerdings seien Zivilisten und ein Polizist auf die Männer aufmerksam geworden, weil sie trotz großer Hitze Jacken trugen. Daraufhin seien sie direkt zum Angriff übergegangen. Bei dem Angriff am Flughafen Atatürk am Dienstagabend waren 44 Menschen getötet worden und mehr als 200 verletzt.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Derweil berichteten österreichische Zeitungen, dass einer oder mehrere der Attentäter einen Bezug zu Österreich haben könnten. Türkische Medien hatten Ahmed Tschatajew als einen möglichen Drahtzieher des Anschlags genannt. Tschatajew hat 2003 in Österreich Asyl erhalten, ist aber zuletzt abgetaucht und soll als führende Figur der Terrororganisation „Islamischer Staat“ im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak geortet worden sein.

          Das österreichische Innenministerium bestätigte, dass es in Kontakt mit den türkischen Behörden stehe. Eine Beteiligung Tschatajews an dem Anschlag sei nicht auszuschließen, doch gebe es darüber bislang keine sicheren Erkenntnisse.

          Attentäter war bereits in Haft gewesen

          Das bulgarische Staatsfernsehen berichtete von einem weiteren angeblichen Verdächtigen mit Österreich-Bezug. Demnach war einer der Selbstmordattentäter am Atatürk-Flughafen 2011 in bulgarischer Haft. Es handle sich um einen russischen Staatsbürger, den Tschetschenen Achmed Radschapowitsch. Der Mann sei damals an einem bulgarisch-türkischen Grenzübergang auf Ersuchen Russlands festgenommen worden, als er Bulgarien habe verlassen wollen. Weil er in Österreich Asylrecht genossen habe, sei er aber nicht an Russland ausgeliefert worden.

          Seit 2003 haben überproportional viele Tschetschenen in Österreich Asyl erhalten, damals lag dort die Anerkennungsquote weit höher als in anderen EU-Ländern. Österreich ist dadurch zu einer Art Kristallisationspunkt für Exil-Tschetschenen geworden. Wie viele genau im Land sind, lässt sich nur schätzen, da Tschetschenen als russische Staatsangehörige geführt werden; nach einer Schätzung des Innenministeriums sind es etwa 30.000 Personen. Von den 260 Personen, die in Österreich als islamistisch-terrorverdächtig eingestuft werden, rechnet der Verfassungsschutz mehr als die Hälfte dem tschetschenischen Lager zu.

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