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Anschlag auf CIA in Afghanistan Wie der Verlust eines ganzen Bataillons

Für den amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA wird das Jahresende 2009 als einer der düstersten Abschnitte seiner Geschichte überhaupt in Erinnerung bleiben: Nach den Pannen im Fall Abdulmutallab kamen nun sieben CIA-Agenten in Afghanistan um - ein Verlust vergleichbar dem „eines ganzen Bataillons“ bei den Streitkräften.

© dpa In besseren Tagen: Obama mit CIA-Direktor Leon Panetta im April 2009 im Hauptquartier des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes

Am Tag vor Silvester hatte Präsident Barack Obama die Geheimdienste und Antiterrorbehörden wegen einer „Mischung von menschlichen Fehlern und systemischem Versagen“ noch heftig gescholten. „Vollkommen inakzeptable“ Lücken im nationalen Sicherheitssystem hätten den fehlgeschlagenen Terroranschlag des Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab vom Weihnachtstag auf ein Passagierflugzeug über Detroit erst ermöglicht.

Matthias Rüb Folgen:

Am letzten Tag des Jahres dann sandte der Präsident an die etwa 20.000 Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes CIA ein Beileidsschreiben und pries die „im Schatten dienenden“ Mitarbeiter des Dienstes, über deren Opfer mitunter weder deren Mitbürger und Freunde oder gar deren Familien etwas wüssten.

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Die Stationschefin lud den Attentäter ein

Grund für das traurige Lob aus dem Weißen Haus war einer der schwersten Verluste der CIA in ihrer Geschichte: Sieben Mitarbeiter wurden am Mittwoch getötet, als sich ein Selbstmordattentäter auf dem Stützpunkt „Chapman“ in der ostafghanischen Provinz Khost in die Luft sprengte. Wie amerikanische Medien am Neujahrstag berichteten, war der Afghane, der eine Uniform der afghanischen Streitkräfte getragen haben soll, von der Stationschefin der CIA in dem Stützpunkt selbst eingeladen worden.

Weil der Mann als Informant gewonnen oder weiter befragt werden sollte, war er unter Bruch aller Sicherheitsvorschriften bei seiner Ankunft auf dem schwerbewachten Stützpunkt offenbar nicht durchsucht worden. Im Fitnessbereich des Stützpunktes, der für die amerikanischen Streitkräfte und vor allem für die Geheimdienste als wichtiger Außen- und Horchposten im afghanisch-pakistanischen Grenzland dient, zündete der Mann dann seinen am Körper verborgenen Sprengsatz. Bei dem verheerenden Attentat starben mindestens acht Amerikaner, davon sieben Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes, wie CIA-Chef Leon Panetta an Silvester bestätigte. Auch Panetta lobte in seiner Erklärung den Mut und die Opferbereitschaft der „weit von daheim und in der Nähe des Feindes“ Gefallenen, die als große Patrioten die Nation geschützt und dazu dem amerikanischen Volk geholfen hätten, „die Welt zu verstehen“.

Inzwischen bezichtigten sich die Taliban des Anschlags, bei dem weitere acht CIA-Mitarbeiter verletzt wurden. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte am Donnerstag, ein afghanischer Soldat habe das Attentat nahe der pakistanischen Grenze im Auftrag der Aufständischen ausgeführt - eine Darstellung, die von der afghanischen Regierung in Kabul entschieden zurückgewiesen wurde. In der „Forward Operating Base“ (FOB) Chapman habe kein afghanischer Armeeangehöriger gedient, wie auch das Pentagon bestätigte.

Abschussbasis für unbemannte Drohnen

Wie amerikanische Medien berichteten, dient die ursprünglich vom amerikanischen Heer eingerichtete FOB Chapman - benannt nach Nathan Chapman, der Anfang 2002 als erster amerikanischer Soldat nach dem Einmarsch in Afghanistan fiel - seit Jahren vor allem als Einsatz- und Überwachungszentrum für Operationen der CIA im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Von dort steigen zum Beispiel unbemannte Drohnen der CIA auf, von welchen bei Einsätzen im nahen Pakistan Raketen auf vermutete Verstecke des Terrornetzes Al Qaida und der Taliban abgefeuert werden.

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