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Anhaltende Proteste Polizei schießt auf Demonstranten in Nepal

22.04.2006 ·  Auch nach Zugeständnissen des nepalischen Königs Gyanendra demonstrieren wieder Zehntausende Menschen gegen die Monarchie - trotz Ausgangssperre und Schießbefehl an die Polizei. Die Opposition fordert eine neue Verfassung.

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Trotz einiger Zugeständnisse des nepalischen Königs Gyanendra haben am Samstag wieder Zehntausende Menschen gegen die Monarchie demonstriert und eine neue Verfassung gefordert. Polizisten schossen auf die Demonstranten und setzten Tränengas ein, um die Menge zu vertreiben, die in Richtung Palast marschierte. Augenzeugen berichten von mehreren Verletzten.

Zahlreiche Polizisten waren im Zentrum der Hauptstadt Katmandu eingesetzt worden, um - auch mit Schußwaffen - eine ganztägige Ausgangssperre durchzusetzen. Am Palast zogen Soldaten auf, über der Stadt flogen Hubschrauber.

Opposition fordert weitere Zugeständnisse

Nach den schon seit zwei Wochen anhaltenden Protesten gegen die Alleinherrschaft des Königs hatte dieser am Freitag dem Oppositionsbündnis aus sieben Parteien angeboten, einen Ministerpräsidenten vorzuschlagen. Künftig könne ein Ministerrat „die Verantwortung tragen, das Land gemäß der Verfassung zu regieren“, sagte König Gyanendra.

Der Opposition gehen diese Zugeständnisse jedoch nicht weit genug. Sie fordert eine neue Verfassung, mit der die Macht des Königs deutlich eingeschränkt würde. Die Erklärung Gyanendras sei bedeutungslos, sagte der frühere Ministerpräsident Girija Prasad Koirala. Er gehört dem Nepalesischen Kongreß an, der größten Partei im Oppositionsbündnis. Demonstranten bezeichneten die königliche Proklamation als „Schande“.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten wurden bislang mindestens zwölf Menschen getötet und Hunderte verletzt. Der König hatte im Februar 2005 die Regierung entlassen und die Macht an sich gerissen. Sein erklärtes Ziel war es, einen seit Jahrzehnten anhaltenden Aufstand maoistischer Rebellen niederzuschlagen.

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