http://www.faz.net/-gpf-79e24

Angriff auf Patrouille in Frankreich : Soldat bei Messerattacke in Paris verletzt

  • Aktualisiert am

Untersuchungen am Tatort des Messerangriffs in der Métro-Station La Défense Bild: AFP

Auch am Rande von Paris ist ein Soldat mit dem Messer angegriffen worden. Der Täter ist auf der Flucht. In Zusammenhang mit der Londoner Attacke sind unterdessen drei weitere Verdächtige festgenommen worden.

          Wenige Tage nach dem Mord an einem britischen Soldaten in London ist ein französischer Armeeangehöriger in Pariser Geschäftsviertel La Défense ebenfalls Ziel einer Messerattacke geworden. Der Angreifer habe den Soldaten von hinten in den Nacken gestochen, teilte die Polizei am Samstag Abend mit. Der 23 Jahre alte Soldat sei mit zwei Kollegen im Rahmen des Anti-Terror-Programms Vigipirate in einem Geschäftsviertel westlich von Paris auf Patrouille gewesen. Er habe viel Blut verloren, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Der Täter sei auf der Flucht.

          Der französische Präsident François Hollande erklärte während eines Auslandsaufenthalts in Äthiopien, die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Innenminister Manuel Valls verwies auf Parallelen zum Fall in London, warnte aber vor voreiligen Schlüssen. „Es wird gerade alles daran gesetzt, den Täter zu fassen.“ Ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte, der Angreifer sei von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Demnach handle es sich um einen etwa 35 Jahre alten, bärtigen Mann, der ein traditionell-arabisches Gewand getragen habe und offenbar aus Afrika stamme.

          Nach Londoner Angriff acht Verdächtige in Gewahrsam

          In London hatten am Mittwoch zwei Briten mit nigerianischen Wurzeln einen jungen Soldaten brutal ermordet. Sie fuhren ihr Opfer zunächst mit einem Auto an und stürzten sich dann mit Fleischerbeil und Messern auf ihn. Danach sagten die Männer zu Passanten, sie hätten aus Rache gehandelt, um die Taten britischer Soldaten in muslimischen Ländern zu sühnen. Sie wurden am Tatort von der Polizei angeschossen und festgenommen.

          Wie die Behörden am Samstag mitteilten, hat die Polizei in London drei weitere Verdächtige festgenommen. Den Männern werde die Beteiligung an einem Mordkomplott zur Last gelegt. Inzwischen befinden sich im Zusammenhang mit dem Mord an dem britischen Soldaten acht Verdächtige in Gewahrsam. Zuletzt seien ein 24 und ein 28 Jahre alter Mann in einem Haus im Süden von London festgenommen worden. Der dritte am Samstag Festgenommene, ein 21 Jahre Alter, sei im Südosten Londons verhaftet worden.

          Kundgebung in Newcastle

          In London wurde außerdem ein Freund eines der beiden mutmaßlichen Täter festgenommen. Er hatte in einem Interview über Kontakte der Geheimdienste zu einem der Tatverdächtigen berichtet. Laut Polizei steht er selbst unter dem Verdacht, an der Vorbereitung eines Anschlags beteiligt gewesen zu sein oder dazu angestiftet zu haben. Seine Festnahme habe aber nichts mit dem Soldatenmord zu tun, teilte die Polizei mit. Sie nahm zudem bereits am Donnerstag einen Mann und eine Frau fest, die an dem Mordkomplott beteiligt gewesen sein.

          In Newcastle im Nordosten Englands nahmen nach Polizeiangaben rund zweitausend Menschen an einer Kundgebung teil, zu der die rechtsextreme English Defence League aufgerufen hatte. Auch Hunderte Gegendemonstranten zogen durch die Straßen. Nach Angaben der Polizei blieb es aber ruhig.

          Quelle: FAZ.NET mit Reuters

          Weitere Themen

          Mutmaßlicher Messerstecher psychisch krank

          München : Mutmaßlicher Messerstecher psychisch krank

          Ein Angreifer in München hat am Samstagmorgen mehrere Menschen mit einem Messer verletzt – völlig wahllos. Wenige Stunden später meldet die Polizei die Festnahme eines Mannes. Er ist ein alter Bekannter.

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Die Zentralregierung greift härter als erwartet durch, aus Protest gehen hunderttausende Katalanen auf die Straße. Regionalpräsident Puigdemont bezeichnet Madrids Vorgehen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens als „schlimmste Attacke“ gegen die Region seit der Franco-Diktatur.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.