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Angeblich CIA-Agent Amerikaner in Iran zum Tode verurteilt

 ·  Ein angeblicher Spion des amerikanischen Geheimdienstes CIA ist von einem iranischen Revolutionsgericht zum Tode verurteilt worden. Unterdessen verschärft sich der Atomstreit zwischen Washington und Teheran, nachdem Iran eine weitere Anlage zur Urananreicherung in Betrieb genommen hat.

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© AFP Eine iranische Fernsehaufnahme soll Amir Mirza Hekmati zeigen.

Ein iranisches Revolutionsgericht hat am Montag einen amerikanischen Staatsbürger wegen Spionage zum Tod verurteilt. Laut iranischen Medienberichten verurteilte das Gericht, das hinter verschlossenen Türen getagt hat, den 28 Jahre alten früheren amerikanischen Soldaten Amir Mirzaei Hekmati wegen Spionage im Auftrag der CIA und wegen Arbeit zugunsten einer feindlichen Regierung.

Hekmati wurde als Kind iranischer Eltern in Amerika geboren und wuchs auch dort auf. Die iranische Staatsanwaltschaft klagte ihn an, sich an einem Krieg gegen Allah beteiligt zu haben, was nach dem islamischen Gesetz mit der Todesstrafe geahndet werden muss.

Angebliches Geständnis

Das Oberste Gericht muss das Urteil bestätigen, bevor es vollstreckt werden kann. Hekmati hatte von 2001 bis 2005 bei den amerikanischen Streitkräften gedient und war unter anderem in Afghanistan als Übersetzer tätig. Nach Angaben seiner Familie war er bei einer in Qatar tätigen Baufirma beschäftigt, als er im vergangenen August nach Iran gereist ist. Dort habe er seine Großmütter besucht. Im Dezember wurde er verhaftet. Der Prozess wurde am 2. Januar abgeschlossen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte am 18. Dezember ein angebliches Geständnis von Hekmati, in dem er sagte, dass er im Auftrag der CIA die iranischen Geheimdienste habe infiltrieren sollen. Die CIA dementierte, dass Hekmati je für sie gearbeitet habe.

Der iranische Geheimdienstminister Haidar Moslehi sagte, Iran habe ein mit den Vereinigten Staaten verbundenes Agentennetz ausgehoben, das vor der Parlamentswahl am 2. März Unruhe erzeugen sollte

Atomstreit verschärft sich

Der Ton zwischen den Vereinigten Staaten und Iran verschärft sich unterdessen auch im Atomstreit, nachdem Iran in Fordo eine neue Anlage zur Urananreicherung in Betrieb genommen hat. Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei schloss in einer Fernsehansprache am Montag aus, dass weitere Sanktionen Teheran zum Einlenken bewegen könnten. Es sei die feste Entscheidung der iranischen Führung, dem Druck der „Großmächte“ standzuhalten.

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hatte schon am Sonntagabend im Sender CBS gesagt, Iran überschreite eine „rote Linie“, wenn es Atomwaffen herstelle oder wichtige Schifffahrtswege blockiere. Der amerikanische Generalstabschef Martin Dempsey sagte, dass Iran durchaus die Möglichkeit habe, die Straße von Hormus zeitweise zu sperren. „Wir haben jedoch darin investiert, dafür zu sorgen, dass wir dies in solch einem Fall abwehren können“, sagte der General. Iran hatte erst am Wochenende weitere Manöver in der Meerenge angekündigt, die an ihrer engsten Stelle nur 54 Kilometer breit ist.

Unterdessen teilte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate Muhammad Bin Dhaen al Hamli mit, dass die Ölleitung vom Emirat Abu Dhabi nach Fudscheirah am Indischen Ozean im Mai oder Juni in Betrieb gehen werde. Die Leitung ist 360 Kilometer lang und soll täglich 1,5 Millionen bis 1,8 Millionen Barrel Rohöl an der Meerenge von Hormus vorbei zum Verladehafen von Fudscheirah befördern. Eine der beiden Leitungen ist schon fertig und wird getestet. Abu Dhabi könnte dann drei Viertel seiner Ölproduktion durch die neue Leitung auf die Weltmärkte bringen und wäre kaum mehr den Drohungen Irans ausgesetzt, die Meerenge von Hormus zu sperren. Jeden Tag passieren 14 Öltanker die Straße von Hormus. Sie transportieren 15 Millionen bis 16 Millionen Barrel Rohöl, was fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht und einem Drittel des über die Weltmeere beförderten Öls. In Saudi-Arabien ist zudem eine über 1000 Kilometer lange Ölleitung von den Ölfeldern im Osten des Königreichs an das Rote Meer in Betrieb. Sie wird lediglich zur Hälfte ihrer Kapazität von 4,8 Millionen Barrel genutzt.
 

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