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Amokschütze Lanza Alles getan, um nicht aufzufallen

Intelligent und schüchtern sei er gewesen. Sein Bruder berichtet von andauernden psychischen Problemen. Die Trennung der Eltern habe Adam Lanza nie verkraftet.

© dapd Adam Lanza auf einem Foto aus dem Jahr 2005

Wer war der Amokschütze von Newtown, der in der Grundschule auftauchte, die er einst selbst besuchte, und dort 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss? Adam Lanza hieß er. Seine Leiche wurde im Schulgebäude gefunden. Zunächst geisterte der Name seines Bruders Ryan durch die Nachrichtenagenturen. Bis jener sich offenbar über Facebook meldete, weil er dort massenhaft mit Schmähtexten verunglimpft wurde. Man hatte ihn für den Täter gehalten.

Jochen Stahnke Folgen:

Bruder Adam hatte kein Profil auf Facebook, dem sogenannten sozialen Netzwerk. Selbst im Jahrbuch seiner Schule zur Abschlussklasse 2010 hat er keinen Eintrag gehabt. Anstelle eines Porträts nur eine Notiz:  „kamerascheu“.

Adam habe chronische psychische Probleme gehabt und an einer Persönlichkeitsstörung gelitten, sagte sein Bruder Ryan der Polizei. Auch sie hatte dem Täter zunächst seinen Namen zugeordnet, seine Wohnung aufgebrochen und war überrascht, als sie ihn dort lebend antraf. Seit zwei Jahren habe er keinen Kontakt mehr zu seinem vier Jahre jüngeren Bruder gehabt, zitierte ihn NBC News unter Berufung auf Polizeiangaben.

Waffen auf die Mutter zugelassen

Adam Lanza, der Täter, war 20 Jahre alt. Er ist der Sohn eines leitenden Angestellten von General Electric und einer nicht mehr arbeitenden ehemaligen Devisenhändlerin. Zuvor war spekuliert worden, dass sie an der heimgesuchten Grundschule auch gearbeitet hätte. Nach derzeitigen Erkenntnissen tötete Adam Lanza seine Mutter in dem Haus, in dem er mit ihr zusammen lebte. Es war ein großes Haus in einer wohlhabenden Gegend von Newtown. Dann setzte er sich in ihr Auto, fuhr in die Grundschule von Sandy Hook, schoss mit auf seine Mutter zugelassenen Feuerwaffen auf Kinder und Lehrer und richtete sich am Ende selbst. Während der Tat habe Lanza kein Wort fallen lassen, berichten Augenzeugen.

Connecticut School Shootings © dapd Vergrößern Trauer und Fragen: Feuerwehrleute am Eingang der Schule

Lanzas Vater wohnte seit vielen Jahren schon nicht mehr mit seiner Frau und den beiden Söhnen zusammen. Er hatte wieder geheiratet und war fortgezogen aus Newton, wo Adam auch geboren wurde. Die Nachrichtenagentur AP zitiert eine Tante Lanzas, die sagt, Adam sei von liebevollen Eltern großgezogen worden. Hat die Trennung des Paares, das 2008 geschieden wurde, die beiden Kinder so hart getroffen, wie ein Nachbar behauptet? Er könnte es wissen. Die Eltern hatten schon Jahre vor ihrer Scheidung getrennt gelebt. Wenn die Mutter ausging, passte der Nachbar dann und wann auf den kleinen Adam auf. Der ältere Bruder habe das nicht allein gekonnt. Adam Lanza habe Wutanfälle gehabt, die selbst für ein Kind unnatürlich heftig gewesen seien, sagte der Nachbar der „Washington Post“. Eine andere Nachbarin beschreibt Adam Lanza als introvertiert, schüchtern und ruhig, aber nicht als bedrohlich.

Mitschüler beschrieben Lanza gegenüber NBC News als außergewöhnlich intelligent. Aber zu sprechen habe ihm Qualen bereitet. „Er sprach im ganzen Jahr kaum ein Wort“, sagte eine ehemalige Mitschülerin. Die Hände seien ihm wie an die Hüften geklebt gewesen, zitiert die „New York Times“ andere Mitschüler, von denen einige wiederum berichten, Lanza habe am Asperger-Sydrom gelitten, einer offenbar milde ausgeprägten Form von Autismus.

Bestätigt wurde dies alles zunächst nicht. Die Polizei hat bislang kein Motiv für die Tat genannt. Es seien aber wichtige Beweise entdeckt worden, die Aufschluss über die Beweggründe Lanzas geben könnten. Der Vater Adam Lanzas drückte den Angehörigen der Opfer am Samstagabend sein tiefes Bedauern über die „enorme Tragödie“ aus. In einer vom Sender CNN veröffentlichten Mitteilung heißt es, er und seine Familie seien schockiert und hätten keine Erklärung für die Tat.

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Quelle: FAZ.NET

 
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