10.09.2007 · Der Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte im Irak, General David Petraeus, hat sich für eine Reduzierung der Truppenstärke auf 130.000 Mann bis Mitte nächsten Jahres ausgesprochen. Die militärische Lage hat sich seiner Meinung nach gebessert.
Der amerikanische Oberbefehlshaber im Irak, Heeresgeneral David Petraeus, hat eine Truppenreduzierung bis zum kommenden Sommer empfohlen. Bis Juli 2008 könne Amerika 30.000 Soldaten aus dem Irak abziehen, ohne die erreichten Sicherheitsfortschritte zu gefährden, sagte Petraeus im amerikanischen Repräsentantenhaus bei der Vorstellung seines Lageberichts am Montagabend. Damit würde die Truppenstärke wieder den Stand vor der jüngsten Verstärkung erreichen.
General Petraeus bekräftigte, dass nach dem Sommer 2008 der Truppenabzug fortgesetzt werde. Er lehnte es aber ab, dafür schon jetzt einen Zeitplan vorzulegen. Die Erfahrung habe gelehrt, dass zu frühe Festlegungen gefährlich seien, sagte der Kommandeur.
„Militärische Ziele weitgehend erreicht“
Die mit der vor sieben Monaten eingeleiteten Truppenverstärkung verbundenen militärischen Ziele seien weitgehend erreicht worden. Die Lage sei in den verschiedenen Landesteilen zwar unterschiedlich, aber die Gewalt sei in den vergangenen drei Monaten zurückgegangen.
Der amerikanische Botschafter im Irak, Ryan Crocker, der nach Petraeus seinen Lagebericht vortrug, forderte die Abgeordneten dazu auf, mehr Geduld für die irakischen Politiker aufzubringen. Es werde Fortschritte wie Rückschläge geben, sagte er. Im Irak sei nicht nur eine Regierung ausgetauscht worden, sondern es habe eine Revolution gegeben. Die Truppenverstärkung habe die Lage verbessert.
„Ein Fiasko“
Demokratische Politiker äußerten zu Beginn der Anhörung scharfe Kritik. Der Irak-Krieg binde so viele Soldaten, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr angemessen auf andere Konflikte reagieren könnten, sagte der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Ike Skelton. Als Beispiel nannte der Demokrat die Suche nach dem Al-Qaida-Führer Usama Bin Ladin. Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses, der Demokrat Tom Lantos, warf der Regierung Bush vor, den Irak in ein Fiasko geführt zu haben. (Siehe auch: Amerikas Demokraten kritisieren Irak-Bericht)
Der irakische Ministerpräsident Maliki hatte zuvor in Bagdad bekräftigt, dass die irakischen Sicherheitskräfte noch nicht ohne Unterstützung Amerikas für Ruhe und Ordnung im Irak sorgen könnten. Es habe zwar eine spürbare Verbesserung der Sicherheitslage in Bagdad und den angrenzenden Provinzen gegeben, diese reiche aber nicht aus. In Bagdad und in der Provinz Anbar habe die Gewalt seit der Verstärkung der amerikanischen Truppen um 75 Prozent abgenommen.
Bei einem Militäreinsatz nahe der irakischen Stadt Samarra sind am Montag nach amerikanischen Angaben zwölf Aufständische getötet worden. Bei einem Anschlag in Mossul kamen zehn Iraker um.