18.11.2012 · David Petraeus ist nur einer von vielen gefallenen Helden bei Amerikas Streitkräften. Mindestens fünf Generäle wurden degradiert oder angeklagt. Die Skandale kratzen an der Verehrung der Truppen.
Von Matthias Rüb, WashingtonRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Ehefrau nebst Familie spielt bei einem Soldaten eine wichtige Rolle
Die Tendenzen zur Auflösung traditioneller Strukturen kommen aus
der Gesellschaft.
Eine Gesellschaft sollte sich über die Ursachen Gedanken machen,
wenn reihenweise Familien zerbrechen, Politiker
"Minderjährige" heiraten oder Orgien feiern.
Frauen gehören meiner Ansicht nach nicht auf den Kasernenhof.
Zweifellos sind Deutsche schon aus historischen Gründen besonders qualifiziert, anderen Völkern Belehrungen zuteil werden zu lassen, wie sich Offiziere und Soldaten im Feld oder als Lagerpersonal zu verhalten haben.
Das Kaprizieren auf eine öffentliche Brandmarkung sexueller Verfehlungen dient letztlich natürlich der Rechtfertigung des Militarismus.Doch nicht nur im eng zu verstehenden Sinne.So richtig es ist,dass Soldatentum und sexuelle Übergriffe zusammengehören,so falsch wäre es,ein Soldatentum zu verherrlichen,dem solche Übergriffe fremd wären,ja gar nicht möglich.Die Behauptung einer Vorbildfunktion der Generäle zielt nämlich auch auf den sog. Sauberen Krieg.Letztlich gar auf einen Krieg ohne Soldaten.Drohnen,die aber den Menschen die Häuser zerstören,wären selbst dann ein verwerfliches Aggressionsmaterial, wenn kein einziger Mensch dabei umkäme.Zu reden ist über den Charakter des Krieges,wem er dient,ob er gerecht oder ungerecht ist,z.B.Warum führen sich Generäle wie „Herren“ auf?Weil sie Herren sind,Besatzer.Kriegsherren.Warum Frauen wie Huren?Weil als Beute sie sich dem Sieger verpflichtet fühlen.Solches und ähnliches entlarvt den Charakter eines Krieges.Was somit die Militärs fürchten.
Könnte man da bitte differenzieren? Im Artikel werden munter
Straftaten wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vermischt mit
dem Privatleben und der freien Wahl der Sexualpartner von erwachsenen Menschen.
Das eine ist zweifellos verurteilenswert und hier haben Straf- und
Disziplinarrecht zu greifen.
Das andere geht nur die daran beteiligten Personen an. Also den General,
seine Ehefrau und seine Geliebte. Das ist weder verureilenswert noch
unmoralisch und für jeden normalen Menschen bestenfalls ein Fall
für das Zivilrecht (d.h. Scheidungs- und Unterhaltsrecht). Und
nein, der General macht sich mit einer solche Affaire auch nicht
erpressbar. Das kommt nur von der bigotten haltung seiner Mitmenschen
dass es genau das fürchten muß was jetzt passiert ist.
Würde die Gesellschaft wie ich oben argumentieren wäre Null
Erpressungspotential vorhanden.
Aber es ist schon pervers. Menschen mit Drohnen töten darf er als
CIA-Chef. Aber etwas Spaß unter Erwachsenen, das darf er nicht haben.
Die in dem Artikel genannten Symptome, in ihrer Gesamtheit, haben einen einfachen und allgemeinverstaendlichen Klarnamen: Militarismus. Seine diversen Formen und Ausdrucksweisen erinnern mich an religioese Idolatrie.
Nur Mittelmaessige koennen sich als Wassertraeger einem politischen
System andienen, welches sich in Kriegen bzw. Besatzungsherrschaften zu
verausgaben neigt, waehrend es daheim an allen Ecken und Enden am
Notwendigen fehlt.
Auf Patreus gemuenzt: der britische Guardian bringt es treffend auf den
Punkt: 'General David Petraeus's fatal flaw not the affair, but his
Afghanistan surge'.
Matthias Rüb Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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