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Amerikanisch-britisches Treffen Bush und Blair gestehen Fehler in Irak-Politik ein

26.05.2006 ·  Der amerikanische Präsident und der britische Ministerpräsident haben Fehler ihrer Irak-Politik zugegeben. Vor allem die Mißhandlungen im Gefängnis Abu Ghraib hätten Amerikas Ansehen geschadet, sagte Bush. „Dafür werden wir lange Zeit bezahlen müssen.“

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Der amerikanische Präsident George W. Bush hat Fehler in seiner Irak-Politik eingestanden. Trotz Rückschlägen und Fehlgriffen sei er aber davon überzeugt, „daß wir das Richtige getan haben und tun“, sagte Bush am Donnerstag nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Washington. Beide bekräftigten ihre Unterstützung für die neue irakische Regierung sowie die Absicht, die Soldaten im Irak stationiert zu lassen, bis das Land selbst für seine Sicherheit sorgen könne.

Bush sagte, vor allem der Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib habe dem Ansehen der Vereinigten Staaten geschadet. „Dafür werden wir lange Zeit bezahlen müssen.“ Außerdem bereue er seine markigen Worte nach den Anschlägen vom 11. September 2001. „In gewissen Teilen der Welt“ sei er damit mißverstanden worden.

Ausmaß des Aufstandes unterschätzt

Blair, der in den vergangenen Tagen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammengetroffen war, sprach von „gewaltigen“ Herausforderungen im Irak. Er sei aber überzeugter denn je, daß man sich ihnen stellen müsse. Allerdings hätten die Koalitionsstreitkräfte das Ausmaß des Aufstandes im Irak unterschätzt, gestand Blair ein.

Laut Al Maliki sind die irakischen Sicherheitskräfte in 18 Monaten in der Lage, die Sicherheit im Land zu garantieren. Weder Bush noch Blair wollten sich am Donnerstag auf einen Termin festlegen, wann sie als Konsequenz daraus ihre Truppen abziehen könnten. „Wir werden mit unseren Partnern im Irak zusammenarbeiten“, sagte Bush lediglich. Das Ziel sei weiterhin „ein Irak, der sich selbst regieren, aufrechterhalten und verteidigen kann“.

Laut Medienberichten hofft das amerikanische Verteidigungsministerium, bis zum Jahresende etwa 30.000 seiner derzeit 131.000 Soldaten im Irak nach Hause holen zu können. Washington werde so viele Soldaten im Irak behalten, „wie notwendig sind, um zu gewinnen“, sagte Bush dazu.

Bush mit weichem Dementi zu Snow-Rücktritt

Seit Kriegsbeginn vor drei Jahren sind mindestens 2.460 amerikanische und 106 britische Soldaten im Irak getötet worden. Sowohl Bush als auch Blair stehen wegen ihrer Irak-Politik innenpolitisch unter Druck.

Zu Gerüchten über einen Rücktritt des amerikanischen Finanzministers John Snow, sagte Bush: „Mir hat er nichts über einen Rücktritt gesagt.“ Der Minister mache „einen guten Job“. Auch angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung in den Vereinigten Staaten sehe er keinen Grund für einen Wechsel.

In den amerikanischen Medien kursieren seit Wochen Gerüchte, Snow wolle vor oder nach dem G8-Gipfel in Rußland im Juli zurücktreten. Der Minister selbst wich entsprechenden Fragen bislang stets aus. In den Medien wird darüber spekuliert, das Weiße Haus wolle das Finanzministerium mit jemandem besetzen, der die Wirtschaftserfolge des Landes auch nach außen besser darstelle.

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