Yahoo durchsuchte alle Kunden-E-Mails für amerikanische Behörden
http://www.faz.net/-gq5-8m2i4

Laut Insider-Informationen : Yahoo durchsuchte alle Kunden-E-Mails

  • Aktualisiert am

Yahoo erklärte auf Anfrage lediglich, man halte sich an die Gesetze der Vereinigten Staaten. Bild: AP

Insidern zufolge hat Yahoo auf Anweisung der amerikanischen Behörden die eingehenden E-Mails aller Kunden durchsucht. Zwei Nachrichtendienste kommen dabei als Auftraggeber in Frage.

          Yahoo hat Insidern zufolge auf Anweisung der amerikanischen Behörden die eingehenden E-Mails aller Kunden durchsucht. Der Internet-Konzern habe damit im vergangenen Jahr einer geheimen Anordnung der amerikanischen Regierung Folge geleistet, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

          Yahoo habe ein spezielles Programm geschrieben, um die einlaufenden Mails von mehreren Hundert Millionen Kunden nach einer bestimmten Zeichenkette zu durchforsten. Unklar blieb, welche Daten Yahoo an die amerikanischen Behörden übergab oder ob auch andere Internet-Konzerne beteiligt waren.

          Den zwei ehemaligen Mitarbeitern und einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge kam die Anordnung entweder von dem Nachrichtendienst NSA oder der Bundespolizei FBI. Die NSA stellt oft derartige Anträge über das FBI, was die genaue Zuordnung zu einem Dienst erschwert. Experten zufolge ist es der erste bekannte Fall, in dem ein amerikanischer Konzern der Forderung nach einer kompletten Überwachung des gesamten eingehenden Mail-Verkehrs nachgegeben hat.

          Yahoo erklärte auf Anfrage lediglich, man halte sich an die Gesetze der Vereinigten Staaten. Die NSA verwies auf das Büro des Direktors der amerikanischen Geheimdienste, das eine Stellungnahme ablehnte. Auch Vertreter der E-Mail-Provider Google und Microsoft lehnten Stellungnahmen ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eng verbunden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in Peking vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping begrüßt.

          Merkel in Peking : In Chinas Arme

          Im neuen großen Spiel der Mächte steht Europa ungewohnt einsam da. Gewicht bekommt seine Außenpolitik nur durch Einigkeit. Ein Kommentar.

          Absage an Kim Jong-Un : Spannung und Ungewissheit

          Die Absage des Treffens in Singapur hat auch etwas Gutes: Der Realismus kehrt zurück. Das Regime in Nordkorea hat es nicht auf den Friedensnobelpreis abgesehen, und die Regierung Trump kann noch einmal in sich gehen. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.