http://www.faz.net/-gq5-7ko1d

Utah : Verbot der Homo-Ehe verfassungswidrig

  • Aktualisiert am

Wie diese beiden Frauen gaben sich unmittelbar nach dem Richterspruch viele homosexuelle Paare in Utah das Jawort Bild: AP

In der Mormonen-Hochburg Utah darf die gleichgeschlechtliche Ehe nicht verboten werden, urteilte ein Bundesrichter. Selbst dann nicht, wenn das Verbot per Volksentscheid beschlossen wurde.

          Ein amerikanischer Bundesrichter hat das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe im mormonisch geprägten Bundesstaat Utah gekippt. Der Richter Robert J. Shelby erklärte am Freitag, das im Jahr 2004 in einem Referendum verabschiedete Gesetz stehe im Widerspruch zum Recht homosexueller Paare auf gleichen Schutz gemäß dem 14. Verfassungszusatz. Drei schwule und lesbische Paare hatten gegen das Verbot geklagt. Homosexuellengruppen begrüßten das Urteil, das einen Tag nach der Legalisierung der Homo-Ehe in New Mexico erfolgte.

          Shelby erklärte, es gebe aktuell wenige Fragen, die so aufgeladen seien, zumal die Wähler in einem Referendum einen demokratischen Beschluss gefällt hätten. Doch die rechtlichen Fragen in dem Verfahren hingen nicht davon ab, ob das Gesetz von einem Parlament oder in einem Referendum beschlossen wurde. Vielmehr gehe es um die Verfassung, sagte Shelby. Da das Gesetz die „Würde gleichgeschlechtlicher Paare“ verletze, sei es nach Ansicht des Gerichts verfassungswidrig.

          Mehr als die Hälfte der Einwohner Utahs gehört laut Umfragen einer mormonischen Glaubensgemeinschaft an. Mormonen lehnen Homosexualität aus religiösen Gründen ab.

          Das Eherecht ist in Amerika Sache der Bundesstaaten. Fast 30 Staaten haben ihre Verfassungen geändert, um Ehen zwischen Menschen gleichen Geschlechts zu verbieten. In den vergangenen Jahren stieg jedoch der Druck, Homosexuellen die gleichen Rechte wie Heterosexuellen zu geben. Im Juni gelang ein Durchbruch, als das Oberste Gericht ein Gesetz kippte, das die Ehe als Bündnis zwischen Mann und Frau festschrieb. Am Donnerstag legalisierte zudem New Mexico als 17. Bundesstaat die gleichgeschlechtliche Ehe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD

          Währungskrise : Nahles will Türkei notfalls retten

          Sollte sich die Währungskrise der Türkei verschärfen, müsste Deutschland das Land unterstützen, fordert die SPD-Chefin. Der türkische Präsident Erdogan zeigt sich gegenüber Amerika weiter unnachgiebig.
          Die Gesellschaft wird immer älter.

          Sozialsysteme : Scholz fordert stabiles Rentenniveau bis 2040

          Bis 2025 soll das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinken – so steht es im Koalitionsvertrag. SPD-Finanzminister Scholz genügt das nicht mehr. Sollte sich die Union nicht beugen, droht er mit einem Rentenwahlkampf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.