Die „Nationalversammlung“, das Einkammerparlament Venezuelas, ist für Freitagabend zu einer Sondersitzung einberufen worden. Dabei sollte der geschäftsführende Vizepräsident Nicolás Maduro nach dem Tod des Staatschefs Hugo Chávez den Amtseid als Übergangspräsident ablegen und Neuwahlen ausrufen, die laut Verfassung binnen 30 Tagen anberaumt werden müssen. Eigentlich wäre diese Aufgabe Parlamentspräsident Diosdado Cabello zugefallen. Dies sieht die Verfassung bei der „totalen Abwesenheit“ des Präsidenten, wie sie Chávez’ Tod darstellt, vor. Cabello zeigte sich jedoch damit einverstanden, dass Maduro die Staatsgeschäfte für die Interimszeit bis zu den Wahlen führt. Damit werde erfüllt, „was Chávez angeordnet hat“, sagte Cabello. Der Entscheidung wird von den Verantwortlichen offenbar die Annahme zugrunde gelegt, dass Chávez trotz seiner schweren Krebserkrankung die neuerliche Amtsperiode am 10. Januar angetreten hat, auch ohne den Amtseid zu leisten, und dass Maduro sein Stellvertreter geblieben ist.
Trauerfeier mit Ahmadineschad
Chávez ist am Freitagmittag mit einer Trauerfeier in Anwesenheit von mehr als 30 Staatschefs und ranghohen Regierungsvertretern aus aller Welt geehrt worden. Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad, den Chávez zu Lebzeiten als seinen Freund bezeichnet hatte, und der weißrussische Präsident Alexandr Lukaschenka waren nach Caracas gereist. Chávez ist entgegen ursprünglichen Plänen nicht nach der Feier bestattet worden. Maduro kündigte überraschend an, dass sein einbalsamierter Leichnam sieben Tage lang in der Militärakademie aufgebahrt bleiben soll, damit die Bevölkerung von ihm Abschied nehmen könne. Anschließend werde er im „Revolutionsmuseum“, dem früheren Militärhistorischen Museum, in einem Glasschrein „für immer“ der Bevölkerung zugänglich sein. „Wie Ho Chi Minh, Lenin und Mao Tse-tung“, sagte Maduro.
Hunderttausende Anhänger des verstorbenen Präsidenten harrten an den vergangenen Tagen auf den Straßen von Caracas aus, um am Sarg vorbeidefilieren zu können. Durch einen verglasten Ausschnitt im Sargdeckel ist der offenbar sogleich nach seinem Tod präparierte, in eine olivgrüne Uniform mit schwarzer Krawatte gekleidete Leichnam zu sehen. Ihm wurden symbolträchtige militärische Insignien und Auszeichnungen beigegeben. Chávez trägt das rote Fallschirmspringer-Barett, das als sein Markenzeichen galt. Bislang gibt es keine Aufnahmen von dem aufgebahrten Leichnam. Das staatliche Fernsehen zeigt zwar die defilierenden Menschenmassen, die Kameras vermeiden aber jeden Schwenk auf den Sarg.
Betrug vor allen!
Ismael Garcia (IsmaelGarcia)
- 09.03.2013, 14:18 Uhr
"Ist natürlich ärgerlich, ...
Eberhard Höffken (Flachsland)
- 09.03.2013, 11:31 Uhr
Deutsche DEMOKRATISCHE Republik? Nix wahr!
Ismael Garcia (IsmaelGarcia)
- 09.03.2013, 09:15 Uhr
Chávez
Dietmar Walther (Rudius)
- 08.03.2013, 22:22 Uhr
Chávez und Juan Carlos: Vom ¿Por qué no te callas?
zum ¿Por qué no vamos a la playa?
Klaus Wege (covenants)
- 08.03.2013, 19:10 Uhr
