http://www.faz.net/-gq5-7baco
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 16.07.2013, 08:48 Uhr

Panama-Kanal Mutmaßliche Raketenlieferung für Nordkorea entdeckt

Bei der Durchsuchung eines nordkoreanischen Schiffes, das aus Kuba kommend den Panamakanal durchfahren wollte, sind mutmaßlich Raketenteile entdeckt worden. Das bestätigte der panamaische Staatspräsident Martinelli.

Sicherheitsbehörden haben ein mutmaßlich mit Raketentechnologie beladenes Schiff aus Nordkorea vor der Einfahrt in den Panamakanal gestoppt. Staatspräsident Ricardo Martinelli sagte Radio Panamá, das Schiff sei aus Kuba gekommen und auf dem Weg nach Nordkorea gewesen. In zwei Containern seien mögliche Raketenteile gefunden worden.

Wie Martinelli erläuterte, schöpfte die Polizei in Colón an der atlantischen Zufahrt des Kanals Verdacht, das Schiff könnte Drogen geladen haben. Daraufhin wurde das Schiff, das große Mengen Zucker transportierte, durchsucht. „Wir begannen, den Zucker zu entladen, und wir fanden zwei Container, die vermutlich ausgefeilte Raketenausrüstung enthalten“, sagte Martinelli. Der Präsident twitterte sogar ein Foto der mutmaßlichen Raketenteile. 

„Panamakanal ist ein Kanal des Friedens“

Die Polizeiaktion verlief derweil nicht reibungslos. „Der Kapitän versuchte, sich das Leben zu nehmen, und es gab einen Aufstand der Matrosen an Bord“, berichtete Martinelli Radio Panamá.

Er verwies darauf, dass Kriegsmaterial nicht undeklariert durch den Panamakanal transportiert werden dürfe. „Der Panamakanal ist ein Kanal des Friedens und nicht des Krieges“, sagte er. Der knapp 80 Kilometer lange Kanal ist eine der wichtigsten internationalen Wasserstraßen. Das kommunistische Kuba unterhält traditionell gute Beziehungen zum kommunistischen Nordkorea.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit DPA-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Niederlande Kokain im Wert von 100 Millionen Euro entdeckt

Im Hafen von Rotterdam haben Ermittler einen gewaltigen Drogenfund gemacht. Die fast drei Tonnen Kokain sollten nach Nordrhein-Westfalen geliefert werden. Mehr

28.04.2016, 11:56 Uhr | Gesellschaft
Panama Stadt Razzia in der Kanzlei Mossack Fonseca

Die Kanzlei Mossack Fonseca in Panama Stadt ist von Ermittlern der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Die Kanzlei steht im Zentrum der Ermittlungen um die sogenannten Panama Papers. Mehr

13.04.2016, 07:41 Uhr | Wirtschaft
Drogenhandel Je mehr Drogenkrieg, desto größer die Gewinnspanne

Alfred McCoy untersucht, wie der amerikanische Geheimdienst in den asiatischen Rauschgifthandel geriet. Und wie Drogenhandel und Großmachtpolitik zusammenhängen. Mehr Von Michael HocHgeschwender

19.04.2016, 22:13 Uhr | Feuilleton
Panama-Affäre Panama-Kanzlei Mossack Fonseca in El Salvador durchsucht

Im zentralamerikanischen El Salvador haben die Behörden die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca durchsucht, die im Mittelpunkt der Panama-Affäre um Hunderttausende Briefkastenfirmen steht. Dokumente und Computer seien in den Räumen der Kanzlei in San Salvador beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mehr

09.04.2016, 12:25 Uhr | Wirtschaft
Heute in der Zeitung Quantenphysik als Videospiel

Klimapolitik, Drogen, Schizophrenie-Sporttherapie, Kakaobäume, Sternexplosionen, Regenwaldbewohner, Quantenspiele - das sind die Themen in unserer Mittwochsbeilage Natur und Wissenschaft. Mehr

28.04.2016, 12:16 Uhr | Wissen

Wiener Hausaufgaben

Von Reinhard Müller

Österreich hat durch sein Verhalten die Schließung der Balkan-Route herbeigeführt. Ist die Wiener Asylpraxis europarechtswidrig, ein Verstoß gegen Völkerrecht? Mehr 172